Neuer Bußgeldkatalog für 2021: Welche Verstöße kosten wie viel?

Der Bußgeldkatalog für das Jahr 2021 listet alle relevanten Bußgelder auf. Hier erfährt ihr welche Verstöße künftig wie viel kosten.

Wie viel das Bußgeld kosten wird, lässt sich im neuen Bußgeldkatalog 2021 nachgucken
Quelle: IMAGO / Olaf Döring

Das kennt jeder Autofahrer: Man wurde geblitzt und wartet genervt darauf, dass die schlechten Nachrichten per Post kommen und einem der Bußgeldbescheid zugestellt wird. Bis dahin muss man sich mit belastenden Fragen herumschlagen. Beispielsweise, wie viel es diesmal kosten wird - oder schlimmstenfalls sogar - ob man dafür einen Punkt kassiert, schließlich werden viele Verstöße immer drastischer sanktioniert. Daher ist es nicht nur praktisch, sondern auch sinnvoll, wenn man den Bußgeldkatalog vorher bereits genau kennt. Und im Jahr 2021 wurde an ihm seitens der Behörden noch einmal neu geschraubt, sodass sich einige Dinge verändert haben.

Auf den nächsten Seiten erfährst du was sich im Bußgeldkatalog verändert hat...

Im Bußgeldkatalog sind die einzelnen Bußgelder der verschiedenen Verstöße gelistet
Quelle: IMAGO / McPHOTO

Der Bußgeldkatalog beinhaltet (1) das Reglement für die Geldbußen und (2) die Erteilung einer Mahnung sowie (3) die Verordnung eines Fahrverbotes aufgrund etwaiger Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr. Folglich sind dort alle Geldstrafen für jene Verkehrsteilnehmer vermerkt, die sich nicht an die Straßenverkehrsordnung halten - beispielsweise Geschwindigkeitsüberschreitungen oder das Überfahren einer roten Ampel.

Wenn du dich aber mit den Verstößen und Strafen auskennst, dann kannst du diese in Zukunft vermeiden. Finde auf den nachfolgenden Seiten heraus, welche Vergehen deinen Geldbeutel erheblich erleichtern.

Mit dem neuen Bußgeldkatalog 2021 hat sich einiges verändert
Quelle: IMAGO / Olaf Döring

Bereits seit 2018 hat sich die Toleranzgrenze wesentlich verringert. Nun ist die Fahrerlaubnis nicht mehr bei 18 Punkten, sondern bei 8 Punkten Geschichte. Allerdings wurden auch einige Vergehen neu klassifiziert, sodass man im Schnitt auch weniger Punkte kassiert als zuvor. Ferner bleiben auch Fußgänger und Radfahrer nicht mehr verschont. Während den Fußgängern bei einer Ordnungswidrigkeit nur ein Bußgeld droht, ist dies bei den Radfahrern nicht der Fall. Dennoch verjährt jeder Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung - aber eine neue Fahrerlaubnis kann erst nach einem halben Jahr erneut beantragt werden.

Aber was beinhaltet der Bußgeldkatalog 2021?

Beim Fahren mit Alkohol oder Drogen am Steuer sieht der Bußgeldkatalog empfindliche Strafen vor
Quelle: IMAGO / Panthermedia

1. Alkohol und Drogen am Steuer

Sollte gegen die 0,5 Promillegrenze verstoßen werden, so kostet dies ...

(a) beim einmaligen Verstoß 500 Euro, 2 Punkte und einen Monat Fahrverbot.

(b) beim zweiten Verstoß 1000 Euro, 2 Punkte und drei Monate Fahrverbot.

(c) beim dritten Verstoß 1500 Euro, 2 Punkte und auch drei Monate Fahrverbot.  

Bei Gefährdung des Verkehrs unter Alkoholeinfluss ab 0,3 Promille erhält der Autofahrer 3 Punkte und wird entweder mit der Entziehung des Führerscheins, einer Freiheits- oder Geldstrafe belangt. Genau so verhält es sich mit einem Autofahrer, der mit einem Alkoholgehalt im Blut von über 1,09 Promille angehalten wird.

Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen haben die Bußgelder im neuen Katalog 2021 kräftig angezogen
Quelle: IMAGO / Future Image

2. Geschwindigkeitsüberschreitung

Bei einer Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit außerorts treten folgende Maßnahmen in Kraft:

(a) bis 10km/h | Strafe: 20 Euro (zuvor: 10 Euro)

(b) 11-15km/h | Strafe: 40 Euro (zuvor: 20 Euro)

(c) 16-20km/h | Strafe: 60 Euro (zuvor: 30 Euro)

Ab 21 km/h wird es dann kritisch und du solltest dir Sorgen machen, denn die Strafmaßnahmen nehmen zu.

(d) 21-25km/h | Strafe: 100 Euro (zuvor: 70 Euro) | 1 Punkt

(e) 26-30km/h | Strafe: 150 Euro (zuvor: 80 Euro) | 1 Punkt

(f) 31-40km/h | Strafe: 200 Euro (zuvor: 120 Euro) | 1 Punkt

Außerdem kann es ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mehr als 26 km/h zu einem einmonatigen Fahrverbot kommen. Das wird allerdings zumeist nur dann ausgesprochen, wenn man sich innerhalb eines Jahres zwei Geschwindigkeitsüberschreitungen dieser Größenordnung zu schulden kommen lassen hat.

Alle Überschreitungen weiterer 10km/h haben den Verlust weiterer 120 bis 160 Euro zur Folge. Und bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von über 70km/h erwartet dich eine Geldstrafe von 700 Euro sowie 2 Punkte und ein Fahrverbot von 3 Monaten. 

Ähnlich verhält es sich mit einer Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit innerorts. Die Geldbeträge sind nur wesentlich höher.

(a) bis 10km/h | Strafe: 30 Euro (zuvor: 15 Euro)

(b) 11-15km/h | Strafe: 50 Euro (zuvor: 25 Euro)

(c) 16-20km/h | Strafe: 70 Euro (zuvor: 35 Euro)

Ab 21km/h kommen dann sowohl 115 Euro als auch 1 Punkt hinzu. Wenn du jedoch bei über 70km/h erwischt wirst, so erwartet dich eine Geldstrafe von 800 Euro, 2 Punkte und ein Fahrverbot von 3 Monaten

Doch nicht nur das zu schnell fahren ist beim Autofahren teuer geworden...

Auch das Überfahren einer roten Ampel ist im Bußgeldkatalog geregelt
Quelle: IMAGO / Kirchner-Media

3. Rote Ampel

Auch beim Überfahren einer roten Ampel gibt es unterschiedliche Situationen, die unterschiedliche Konsequenzen mit sich bringen. Überfährst du 'einfach' nur eine Ampel, so kostet dich das 90 Euro - aber wie verhält es sich, wenn du anderen Autofahrer in Gefahr bringst?

Ampel bei rot überfahren ...

(a) mit Gefährdung: 200 Euro | 2 Punkte | 1 Monat Fahrverbot

(b) mit Sachbeschädigung: 240 Euro | 2 Punkte | 1 Monat Fahrverbot

Sollte die Ampel schon länger als eine Sekunde in rot erstrahlen, so musst du 200 Euro zahlen und erhältst je nach Tatbegehung einen Führerscheinentzug. Während du bei einer Gefährdung anderer nochmal 120 Euro dazuzahlst, sind es bei einer Sachbeschädigung 160 Euro zuzüglich.

Bei einem Abbiegen nach rechts, ohne aber vorher an einer Ampel zu halten, an der rechts ein grüner Pfeil angebracht ist erwartet dich eine Geldstrafe von 70 Euro und 1 Punkt.

(a) mit Gefährdung: 100 Euro | 1 Punkt

(b) mit Verursachung eines Unfalls: 120 Euro | 1 Punkt

Wenn du aber nach rechts abbiegst, ohne vorher an einer Ampel zu halten, an der rechts ein grüner Pfeil angebracht ist und dabei den Fußgänger- oder Fahrradverkehr der freigegebenen Verkehrsrichtung behinderst, dann kannst du 100 Euro zahlen und mit 1 Punkt rechnen.

Bei Verstößen in der Probezeit kann auch eine Verlängerung der Probezeit ausgesprochen werden
Quelle: IMAGO / Westend61

4. Probezeit

Solltest du dich noch in der Probezeit befinden, dann ist für Achtung gesorgt. Bei einem Verkehrsvergehen, das ein Bußgeld von mindestens 60 Euro nach sich zieht, wird die Probezeit um 2 Jahre verlängert. 

Die A-Verstöße in der Probezeit - beispielsweise Unfallflucht, Nötigung, Trunkenheit, Rotlichtverstoß, Geschwindigkeitsüberschreitungen, Überholen im Überholverbot, Abstandsvergehen - werden bei einmaliger Missachtung mit einer Verlängerung der Probezeit um 2 Jahre sowie einem Aufbauseminar bestraft. Sollten sich solche Verstöße in der verlängerten Probezeit einmalig wiederholen, dann gibt es eine Verwarnung und eine Empfehlung der Teilnahme an verkehrspsychologischer Beratung. Bei einem zweiten Verstoß wird die Fahrerlaubnis entzogen -bei einem zweiten Verstoß unter Alkohol- und Drogeneinfluss ist eine Teilnahme am Aufbauseminar für Fahranfänger Pflicht.

Die B-Verstöße in der Probezeit umfassen abgefahrene Reifen, falsche Ladungssicherung, Parkvergehen auf Kraftfahrstraßen und das Handy am Steuer. Im Gegensatz zu den A-Verstößen wird ein einmaliger Verstoß nicht geahndet, erst der zweite Verstoß wird mit einer Verlängerung der Probezeit und einem Aufbauseminar bestraft.

Das Handy am Steuer zu benutzen ist im Bußgeldkatalog 2021 geregelt
Quelle: IMAGO / Sven Simon

5. Smartphone am Steuer

Das Handy ist unser alltäglicher Begleiter. Wie aufgeschmissen wären wir nicht ohne die ständige Erreichbarkeit. Dennoch darf ein Smartphone nicht während des Fahrens genutzt werden, das kann dich um die 100 Euro und 1 Punkt kosten, da deine Konzentration im Straßenverkehr andernfalls nicht gewährleistet ist. Wenn du dabei andere Autofahrer gefährdest, dann darfst du sogar 150 Euro zahlen, erhältst ein Fahrverbot von einem Monat und zusätzlich 2 Punkte. Bei einer Sachbeschädigung sind es 200 Euro, 2 Punkte und 1 Monat Fahrverbot.

Ist es das wert?

Auch Fahrradfahrer sind nicht vor einer Bestrafung gefeit und können 55 Euro hinblättern, wenn sie das Handy beim Fahren nutzen.

Überlege dir vorher genau, ob du dich nicht von Vornherein an die Verkehrsregeln halten solltest, um mögliche Strafen zu vermeiden und zu einem sicheren Straßenverkehr beizutragen.