Diesel-Fahrverbot: Was müssen wir jetzt wissen?

Forscher bezweifeln Effizienz

An manchen Stellen in unseren Innenstädten bemerken wir ein hohes Verkehrsaufkommen und die schlechte Luftqualität noch, aber oft gehört die Feinstaubbelastung schon so zu unserem Alltag, sodass wir sie kaum spüren.

Doch um unsere Umwelt und unsere eigene Gesundheit besser zu schützen, hat die Politik angefangen zu handeln und sich als erstes, der Diesel-Autos angenommen. In immer mehr Städten sind strikte Fahrverbote für Diesel mit Abgasnorm 4 und / oder 5 im Gespräch und wurden zum Teil auch schon durchgesetzt.

Forscher bezweifeln nun die Wirkung dieser Fahrverbote.

Mehr dazu erfahrt ihr auf der nächsten Seite!

Ein professionelles Forscher-Team rund um "Auto-Professor" Ferdinand Dudenhöffer vom CAR Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen hat die Stickoxidkonzentrationen 2018 von 398 der 526 offiziellen Messstationen in Deutschland ausgewertet und kamen zu einem spannenden Ergebnis.

Die Stickoxid-Werte sind leicht gesunken, liegen aber immer noch stark über dem EU-Richtwert von 40 Mikrogramm. Auch mit den neuen Software-Updates halten es die Forscher für nicht möglich in den nächsten drei Jahren diesen Wert einzuhalten.  

Darüber hinaus gehen sie davon aus, dass sich die neuen Fahrverbote vollkommen wirkungslos erweisen werden, da sich der Verkehr auf diese Art nur anders verteilt. 

In welchen Städten ab 2019 Fahrverbote für Diesel gelten bzw. demnächst gelten könnten, lest ihr auf der nächsten Seite.

Stuttgart: Schon seit dem 1. Januar 2019 dürfen hier keine Autos der Abgasnorm 4 oder schlechter in der eingerichteten Umweltzone fahren. Auch Diesel der Abgasnorm 5 könnten bald dazukommen.  

Ab dem Frühjahr soll es dort Kontrollen geben, bei denen ein Verstoß ein Bußgeld von über 80 Euro nach sich zieht. 

Frankfurt am Main: Hier kann erstmal weiter mit allen Diesel-Autos in die Innenstadt gefahren werden. Ein Eilantrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) wurde abgelehnt. Allerdings läuft das Verfahren vor dem hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH)  weiter. Für das Gericht kämen Fahrverbote aber nur als "letztes Mittel in Betracht, um den durchschnittlichen Stickstoffdioxid-Grenzwert zu erreichen".

Klickt "Weiter", um zu sehen, welche weiteren Städte betroffen sind.

Diesel-Fahrverbot: Was müssen wir jetzt wissen?

Darmstadt: Ab dem 1. Juni 2019 werden in der hessischen Stadt auf zwei Straßen Fahrverbote gelten. Betroffen sind Diesel-Fahrzeuge bis zur Euro-5-Norm und Benziner bis Euronorm 2. Für Rettungs- und Müllwagen oder Nutzfahrzeuge des örtlichen Handwerks sowie für Anwohner der Straßen gelten Ausnahmeregelungen. Sollte jedoch keine Verbesserung der NO2-Werte in der zweiten Jahreshälfte eintreten, soll es weitere Verschärfungen geben.

Gelsenkirchen & Essen: Nach einer zweiten Verhandlungsrunde wird es auch hier zu Fahrverboten kommen. Ab dem 1. Juli 2019 dürfen in die Essener Umweltzone nur noch Diesel der Schadstoffklasse 5 oder höher (Verschärfung auf Klasse 6 ab 1. September 2019) und in Gelsenkirchen sind auf der Kurt-Schumacher-Straße im Juli sofort nur noch Euro-6-Diesel erlaubt.