Können wir bald ohne extra Prüfung mit unserem Führerschein Motorrad fahren?

Eine Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung könnte weitreichende Folgen haben

Dieses Bild zeigt einen Führerschein, dessen gesetzliche Verordnungen aktuell neu diskutiert werden.

Laut Berichten des Spiegel plant die Bundesregierung, allen voran Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), eine Neuverhandlung der Fahrerlaubnis-Verordnung. Demnach sollen alle, die einen Autoführerschein gemacht haben, bald auch Motorrad fahren dürfen – und zwar ohne vorher eine zusätzliche Prüfung abgelegt zu haben.

Was genau hinter dem Vorstoß steckt und was Experten von den geplanten Neuregelungen halten, erfährst du auf den nächsten Seiten!

Dieses Bild zeigt ein Motorrad, das vielleicht bald mit einem normalen Autoführerschein gefahren werden darf.

War es bisher nur möglich, Leichtkrafträder mit bis zu 15 PS nach vorheriger Ausbildung und Prüfung zu fahren, soll es Autofahrern mit der geplanten Neuverordnung möglich sein, ihren Führerschein der Klasse B um die sogenannte Schlüsselzahl 195 zu erweitern, wie der Spiegel berichtet. Der separate Führerschein der Klasse A1 würde damit in Zukunft hinfällig.

Jedoch gibt es einige Auflagen, die eine Erweiterung des B-Klasse-Führerscheins begleiten:

Dieses Bild zeigt einen Motorradfahrer.

Wer mit seinem Autoführerschein auch Leichtkrafträder fahren will, muss mindestens 25 Jahre alt sein und die Fahrerlaubnis seit mindestens fünf Jahren besitzen

Außerdem sind eine 90-minütige-Theorieeinheit sowie sechs praktische Fahrstunden Pflicht, um die B-Klasse-Erlaubnis zu erweitern. 

Im Vergleich zum vorherigen A1-Prozess inklusive Prüfung ist das natürlich wenig. Auch wenn gerade dieser Umstand Motorrad interessierten Autofahrern zugutekommt, bewerten Experten ihn kritisch, wie du auf der letzten Seite erfährst ...

Dieses Bild zeigt ein Motorrad nach einem Unfall.

Unfallexperten des Deutschen Verkehrssicherheitsrates warnen vor dieser Neuregelung: Da Leichtkrafträder als die zweitgefährlichste Fahrzeugklasse auf deutschen Straßen gelten, sei eine Lockerung der Zugangsbedingungen kritisch zu betrachten. Demnach könnten mehr Unfälle und Verkehrstote mit der Ausweitung der Fahrerlaubnis einhergehen. 

In Österreich jedenfalls, wo eine ähnliche Regelung bereits seit dem Jahr 1997 existiert, sind nach vom Spiegel zitierten Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) negative Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit verzeichnet worden.