Münchner Polizei zeigt Mitgefühl

Und das Netz feiert sie dafür

Wer Geschwindigkeitsbegrenzungen ignoriert, kann sich nur selten herausreden.
Quelle: IMAGO / Jochen Tack

Wer kennt es nicht? Man muss dringend zu einem Termin und nimmt die Geschwindigkeitsbegrenzung eher als freundlichen Hinweis als als rechtliche Festlegung. Und natürlich wird man genau dann von der Polizei mit der niemals witzigen Frage „Sie wissen, warum wir sie anhalten?“ oder „Na, wo wollen wir denn so schnell hin?“ angehalten. Wer hat nicht versucht, sich aus dieser Situation schon einmal herauszureden? Aber die Beamten sind erbarmungslos – sobald der Stift zum Zettel-Schreiben gezückt oder das Blitzer-Foto gemacht ist, gibt es kein Zurück mehr.

Umso mehr wird jetzt die Münchner Polizei gefeiert – denn sie drückte in einem Fall tatsächlich ein Auge zu, und dazu gab es auch noch einen beispiellosen Tweet.

Was geschehen war, seht ihr auf den nächsten Seiten.

Scheinbar akzeptiert auch die Polizei in manchen Fällen die Erklärung.
Quelle: IMAGO / Sylvio Dittrich

Bei den erwischten Rasern handelte es sich um einen Mann und dessen hochschwangere Frau, die gerade auf dem Weg ins Krankenhaus zur Entbindung waren. Sie wurden am Frankfurter Ring geblitzt, worauf natürlich schnell der Ordnungsbescheid per Post kam. Die beiden (beziehungsweise jetzt drei) erhoben Einspruch gegen das Schreiben – und der hatte tatsächlich Wirkung.

Die Polizei drückte ein Auge zu – und kommentierte den Tweet der jungen Familie: „Wenns plötzlich während der Autofahrt soweit ist und keine Zeit mehr bleibt, einen Notarzt zu rufen, bleibt von uns ein Foto als Andenken. Ausnahmsweise gratis.“ – doch vor allem das Schreiben zur Einstellung des Ermittlungsverfahrens sorgte im Netz für ausgelassene Stimmung.

Schaut euch den Tweet samt Schreiben auf der nächsten Seite an.

In der Mitteilung der Polizei ist nicht nur vermerkt, dass das Verfahren gegen die beiden „Raser“ eingestellt wurde – hier erging Gnade vor Recht. Außerdem schreiben die Beamten: „Wir gratulieren zur Geburt Ihrer Tochter.“ – ungewohnt warme Worte der Uniformierten!

Die Nutzer begrüßten, was die Polizei da tat. Einer kommentierte: „Ein gutes Beispiel, dass es sehr wohl möglich ist, unbürokratische, realitätsnahe und sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Gut gemacht!

Ein anderer stimmt mit ein: „Hach, das ist toll, dass Menschlichkeit über Bürokratie & auch mal Gesetz steht. Sehr, sehr schöne Geste von euch! Der Familie & dem Baby alles Gute. :)“ – und dem können wir uns nur anschließen!