Die gefährlichsten Straßen Deutschlands

Einige Straßen in Deutschland sind gefährlicher als andere. Wir stellen dir die zehn gefährlichsten Straßen Deutschlands in unserem Ranking vor.

Es gibt Straßen in Berlin, die zu den gefährlichsten in Deutschland zählen.
Quelle: IMAGO / Emmanuele Contini

Das Straßennetz in Deutschland wird täglich von Millionen von Verkehrsteilnehmenden genutzt. Doch nicht alle Straßen sind sicher – einige Abschnitte gelten als besonders unfallträchtig und gefährlich. Ein hohes Verkehrsaufkommen, mangelnde Sicht, hohe Tempolimits und enge Kurven machen bestimmte Strecken zu echten Gefahrenzonen. Der Online-Versicherer Allianz Direct wertete die Unfallstatistik 2022 anhand der Daten der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und des Statistikportals des Bundes und der Länder aus. Herausgekommen sind die gefährlichsten Straßen in Deutschland, die wir dir in unserem Ranking vorstellen wollen. Unser Ziel ist es, das Bewusstsein für riskante Strecken zu schärfen und zur Reduzierung von Verkehrsunfällen beizutragen. 

Wir starten unser Ranking im Westen Deutschlands …

Die Venloer Straße in Köln ist 8,35 km lang.
Quelle: IMAGO / Joko

#10 Venloer Straße, Köln

Unser Ranking startet mit der Venloer Straße in Köln. Die Straße zählt zu den längsten Ausfallstraßen Kölns und ist rund 8,53 Kilometer lang bis zur Stadtgrenze. Sie durchquert die Neustadt-Nord, Ehrenfeld, Bickendorf, Bocklemünd/Mengenich und Vogelsang. Neben ihrer Bedeutung als Ausfallstraße ist sie eine bedeutende Einkaufsstraße. Kleine Läden, Cafés, Restaurants und historische Gebäude säumen ihren Weg. Hier ereigneten sich 33 Unfälle, bei denen es bei vier Unfällen zu schwerverletzten Personen kam. Um die Sicherheit für Verkehrsteilnehmende zu erhöhen, startete die Stadt Köln einen Verkehrsversuch: Das Tempolimit wurde auf 20 km/h gesetzt, mobile Fahrbahnverengungen und eine Reduzierung der Parkplätze. Außerdem wurde ein Abschnitt in eine Einbahnstraße umgewandelt.

Von Köln geht es nach Schleswig-Holstein an die Ostsee …

Der Ursprung der Fackenburger Allee liegt im 12. Jahrhundert und begann am Holstentor.
Quelle: IMAGO / Wolfgang Maria Weber

#9 Fackenburger Allee, Lübeck

Unseren neunten Platz belegt die Fackenburger Allee in Lübeck. Sie verläuft vom Lindenplatz in nordwestliche Richtung bis zur Kreuzung zur Überführung auf die A1, wo sie anschließend in die Krempelsdorfer Allee übergeht. Auf der etwa 1,52 Kilometer langen Straße haben sich im Jahr 2022 rund 34 Unfälle ereignet. Bei zwei Unfällen davon gab es schwerverletzte Personen. Ihr Ursprung reicht bis ins 12. Jahrhundert, als sie als Landstraße vom Holstentor aus nach Eutin führte. Das naheliegende Dorf Fackenburg ist Namensgeber der Straße.

Die nächste gefährliche Straße führt uns nach Berlin …

Die Karl-Marx-Allee besitzt das längste zusammenhängende Baudenkmal Deutschlands.
Quelle: IMAGO / Dirk Sattler

#8 Karl-Marx-Allee, Berlin

Insgesamt befinden sich vier der zehn gefährlichsten Straßen Deutschlands in Berlin. Als erste der gefährlichsten Straßen in Berlin zeigt sich die Karl-Marx-Allee im Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg. Sie erstreckt sich über 2,3 Kilometer und reicht vom Alexanderplatz bis zum Frankfurter Tor/Warschauer Straße. Sie zieht sich über Berlin-Mitte und Friedrichshain. Der Abschnitt zwischen Strausberger Platz und Frankfurter Tor ist als längstes zusammenhängendes Baudenkmal Deutschlands bekannt. Ursprünglich wurde die Straße als 90 Meter breite Hauptverkehrslinie im sozialistischen Klassizismus angelegt und galt als zentrales Symbol der DDR-Stadtplanung. Heute belegt sie den achten Platz unseres Rankings mit 35 Unfällen im Jahr 2022, wovon zwei Unfälle mit Schwerverletzten einhergingen. 

Mit unserem nächsten Platz bleiben wir in Berlin …

Auf der Invalidenstraße in Berlin herrscht Tempolimit 30.
Quelle: IMAGO / Jürgen Ritter

#7 Invalidenstraße, Berlin

Noch ein Platz geht an Berlin: Die Invalidenstraße in Berlin-Mitte belegt den siebten Platz mit insgesamt 35 Unfällen – in vier Fällen trugen Personen schwere Verletzungen davon. Die Invalidenstraße zeigt sich als eine wichtige Ost-West-Achse, die vom ehemaligen Spandauer Heerweg im 13. Jahrhundert abstammt. Ihren heutigen Namen erhielt sie vom Invalidenhaus aus dem 18. Jahrhundert. Viele Einrichtungen prägen die drei Kilometer lange Straße: das Museum für Naturkunde, die Elisabethkirche und auch die Edison-Höfe. Während der Zeit der Berliner Mauer war die Straße geteilt und mit einem Grenzübergang versehen. Heute ist auf der Straße Tempolimit 30 aufgrund eines schweren Unfalls mit mehreren Todesopfern. Zusätzlich wurde ein geschützter Radfahrstreifen eingerichtet. 

Von Berlin geht es nach Baden-Württemberg …

Immer wieder geschehen Unfälle auf der A8 in Leonberg.
Quelle: IMAGO / KS-Images.de

#6 Bundesautobahn 8 (A8), Leonberg

Eine der Hauptverkehrsachsen in Deutschland ist die Bundesautobahn Acht, kurz A8 genannt. Sie verläuft durch Leonberg im Landkreis Böblingen und verbindet das Autobahndreieck Leonberg (Saarland-München-Salzburg) mit der A 81 (Würzburg–Stuttgart–Singen). Mit täglich ungefähr 186.000 Fahrzeugen zählt sie als wichtiger Knotenpunkt zu den meist befahrenen Straßen im Südwesten Deutschlands. Gleichzeitig belegt sie unseren sechsten Platz der gefährlichsten Straßen und ist die einzige aufgeführte Autobahn im Ranking. Auf der A8 in Leonberg ereigneten sich 41 Unfälle, wovon aus insgesamt sechs Unfällen schwerverletzte Personen hervorgingen. 

Unser nächster Platz führt dich zurück in die Bundeshauptstadt …

Der Mariendorfer Damm besitzt einen durchgängig geschützten Radfahrstreifen.
Quelle: IMAGO / Funke Foto Services

#5 Mariendorfer Damm, Berlin

Im Mittelfeld unseres Rankings dreht sich alles um den Mariendorfer Damm im Stadtteil Tempelhof-Schönefeld. Die Straße zeigt sich als wichtige Nord-Süd-Verkehrsroute und ist ein Teil der Bundesstraße 96. Der Mariendorfer Damm verbindet den Tempelhofer Damm im Norden mit dem Lichtenrader Damm im Süden. Dabei durchquert er die Ortsteile Tempelhof, Mariendorf, Buckow und Lichtenrade und ist rund 4,3 Kilometer lang. Auf diesem Straßenabschnitt ereigneten sich 42 Unfälle, aus denen zehn Schwerverletzte hervorgingen. Es gibt einen durchgängig geschützten Radfahrweg, um Radfahrer vor dem Straßenverkehr zu schützen.

Mit unserem vierten Platz wechseln wir nur den Stadtteil, bleiben aber in derselben Stadt …

Der Brunsbütteler Damm bekommt neue Radwege.
Quelle: IMAGO / Jürgen Ritter

#4 Brunsbütteler Damm, Berlin

Unser vierter Platz geht erneut an die Stadt Berlin, dieses Mal für den Brunsbütteler Damm. Hier ereigneten sich insgesamt 45 Unfälle, wobei neun davon zu Schwerverletzten führten. Der Brunsbütteler Damm befindet sich in Spandau und ist rund 9,3 Kilometer lang. Durch sie werden zentrale Verkehrspunkte mit Spandau verbunden und so gilt die Straße als wichtige Ost-West-Achse um Berlins Westen. Für die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h sorgt ein Blitzer auf Höhe der Hausnummern 217/218. Aktuell gibt es einige Verkehrsbehinderungen auf dem Brunsbütteler Damm durch Wasser- und Abwasserohrbrüche sowie Baustellen für Strom- und Leitungsverbindungen. 

Von Berlin geht es ins Bundesland Niedersachsen …

Staus sind auf der 4,77 km langen Vahrenwalder Straße in Hannover keine Seltenheit.
Quelle: IMAGO / localpic

#3 Vahrenwalder Straße, Hannover

Die Vahrenwalder Straße belegt unseren dritten Platz und zeigt sich als essenzielle Verkehrsachse in Hannover. Sie ist rund 4,77 Kilometer lang und verbindet die Innenstadt mit der Autobahn. Sie verläuft durch die Stadtteile Vahrenwald, Brink-Hafen und Vahrenheide. Zum Teil ist die Vahrenwalder Straße sechsspurig ausgebaut und besitzt ein hohes Verkehrsaufkommen – nicht selten kommt es hier zu einem Stau. Kein Wunder also, dass hier im Jahr 2022 rund 49 Unfälle stattfanden. Insgesamt sechs davon fielen schwer aus. Gleichzeitig stellt sie aber auch einen großen Teil der Stadtgeschichte dar – erst war sie mittelalterlicher Pilgerweg, dann Teil der Industrialisierung, wurde im Krieg zerstört und heute modern wieder aufgebaut. 

Von Niedersachsen geht es wieder nach Berlin …

Die Frankfurter Allee verläuft durch Friedrichshain-Kreuzberg.
Quelle: IMAGO / Funke Foto Services

#2 Frankfurter Allee, Berlin

Unser zweiter Platz der gefährlichsten Straßen führt dich wieder in die Großstadt Berlin. Die Frankfurter Allee im Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg ist die gefährlichste Straße in Berlin. Sie ist eine der ältesten und wichtigsten Straßen im Osten von Berlin und ist ca. 3,6 Kilometer lang. Sie verbindet die Stadtteile Friedrichshain-Kreuzberg und Lichtenberg/Rummelsburg miteinander und ist zum Teil Bundesstraße 1 und 5. Im Jahr 2022 kam es hier zu insgesamt 49 Unfällen, wobei acht davon zu Schwerverletzten führten. Insbesondere für Fahrradfahrer galt die Straße als gefährlich. Doch die Stadt änderte ihr Konzept. Seit 2023 gibt es nun auf der Frankfurter Allee einen geschützten Radstreifen, der Fahrradfahrer vor Unfällen bewahren soll.

Unser Platz eins führt uns auf eine hochfrequentierte Straße im hohen Norden …

Auf der Kieler Straße in Hamburg kommt es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen.
Quelle: IMAGO / Blaulicht News

#1 Kieler Straße, Hamburg

Die Kieler Straße befindet sich im Hamburger Stadtteil Altona. Sie ist ein Teil der Bundesstraßen 4 und 5 und zählt zu Hamburgs längsten Ausfallstraßen. Sie zieht sich über mehrere Stadtteile: von Altona-Nord über Eimsbüttel und Stellingen bis hin nach Eidelstedt, wobei im Stadtteil Altona die meisten Unfälle stattfinden. Kein Wunder, denn die Straße ist teilweise vierspurig und wurde später sogar sechsspurig ausgebaut – bei einem Fahrbahnwechsel von einer auf die andere Seite musst du also mehrere Spuren passieren. Darüber hinaus zählt die Kieler Straße zu den meistbefahrenen Straßen Hamburgs. Es verwundert also nicht, dass sich hier im Jahr 2022 insgesamt 53 Unfälle ereigneten.

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