Waschanlage oder SB-Wäsche?
Mal eben durch die Waschanlage oder doch selbst Hand anlegen? Wir zeigen dir, was besser für deinen Lack und den Geldbeutel ist.
Dass dein Auto regelmäßig eine Wäsche braucht, ist klar. Schließlich will niemand Rost und festsitzenden Dreck auf dem Lack. Doch beim „Wie“ scheiden sich die Geister. Die einen schwören auf die schnelle Fahrt durch die Waschanlage, während die anderen am Wochenende liebevoll in der SB-Box selbst Hand anlegen. Aber welche Methode ist eigentlich besser für den Lack und den Geldbeutel?
Waschanlage zerstört den Lack? Warum dieser Glaube längst veraltet ist
Viele haben die Sorge, dass die Waschanlage den Lack zerkratzt. Heute ist das jedoch eher unbegründet! Moderne Anlagen nutzen weiche Bürsten aus Polyethylen, die extrem textilschonend sind. Was nach der Wäsche manchmal wie ein Kratzer aussieht, ist oft nur feiner Faserabrieb, der sich leicht abwischen lässt. Wenn es doch mal echte Kratzer gibt, liegt das meist an Schmutzresten vom Auto vor euch oder wenn wirklich festsitzender Dreck auf eurem Auto hängt.
Vorwäsche bei hartnäckigem Dreck
Die Vorwäsche musst du nicht jedes Mal machen, aber wenn da richtig festgekrusteter Dreck auf dem Auto klebt, rettet sie dir den Lack. Nimm dir also die zwei Minuten und spül den groben Dreck, Sand oder fiesen Vogelkot mit dem Hochdruckreiniger runter.
Lässt du diesen harten Dreck auf dem Auto, wirken die rotierenden Bürsten der Anlage später eher wie Schmirgelpapier. Dann können sie die Schmutzpartikel über den Lack ziehen und es ist wahrscheinlicher, dass du kleine Mikrokratzer auf deinem Auto hast.
Lesetipp: Vogelkot auf dem Auto? So verhinderst du teure Lackschäden
Antennen und Spiegel im Blick
Bevor es in die Waschstraße geht, steht ein kleiner Rundgang am Auto an. Wer eine klassische Dachantenne hat, sollte diese unbedingt abschrauben oder komplett einfahren – sonst drohen teure Schäden an der Karosserie, wenn sich die Bürsten darin verfangen. Auch die Seitenspiegel sollten, wenn möglich, eingeklappt werden.
Vergiss auch nicht, alle Fenster und das Schiebedach komplett zu schließen, damit das Innere trocken bleibt. Zu guter Letzt ist es ratsam, die Scheibenwischer auszuschalten, insbesondere den Regensensor, damit die Wischerblätter in der Anlage nicht plötzlich ungewollt loslegen und Schaden nehmen.
Fehler beim SB-Waschen, die fast alle machen
Wer sein Auto lieber selbst wäscht, macht das oft aus Überzeugung und trotzdem schleichen sich typische Fehler ein. Der Klassiker ist der falsche Schwamm. Ein normaler Haushaltsschwamm hat eine raue Seite, die den Lack förmlich aufschmirgelt. Besser ist ein spezieller Waschhandschuh aus Mikrofaser oder Lammfell.
Die richtigen Mittel und Techniken für die SB-Wäsche
Ein weiterer häufiger Fehler ist, dass viele Spülmittel, statt echtem Autoshampoo benutzen. Spülmittel greift jedoch die Wachsschicht auf dem Lack an und trocknet Gummidichtungen aus. Stattdessen sollte man deshalb besser ein pH-neutrales Autoshampoo benutzen, das den Lack schont.
Genauso wichtig ist die Zwei-Eimer-Methode: ein Eimer mit Shampoo, einer mit klarem Wasser zum Ausspülen des Handschuhs. So bleibt der Schaum sauber. Zum Trocknen auch kein altes Frotteehandtuch nehmen, das zieht Kratzer. Ein weiches Mikrofasertuch ist hier die bessere Wahl.
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Auto zu Hause waschen? Aufpassen!
Mal eben das Auto in der Einfahrt oder an der Straße abspritzen? Da sollte man sich besser gut informieren! Jede Stadt regelt das zwar ein bisschen anders, aber das Gesetz ist beim Umweltschutz rechte hart.
Das Dreckwasser mit den ganzen Chemie- und Ölresten darf auf keinen Fall im Boden versickern und ins Grundwasser laufen, das ist auch auf dem eigenen Grundstück verboten. Wenn dich da ein/e Nachbar*in anzeigt oder das Ordnungsamt dich erwischt, bist du ganz schnell ein paar tausend Euro Bußgeld los. Fahr für die Wäsche lieber direkt in die SB-Box, da bist du auf der sicheren Seite.
Wer nochmal weiter in das Thema einsteigen möchte: Ist die Autowäsche auf dem eigenen Grundstück erlaubt?
Waschanlage vs. SB-Box: Was kostet das eigentlich wirklich?
Kommen wir zum Thema, das viele am meisten interessiert: der Preis. Eine einfache Fahrt durch die Waschanlage kostet je nach Programm zwischen 6 und 15 Euro. Die SB-Box schlägt mit etwa 2 bis 4 Euro pro Münzeinheit zu Buche – klingt günstiger, aber rechne mal ehrlich nach.
Wer gründlich wäscht, braucht locker drei bis vier Einheiten, dazu noch Shampoo, Mikrofasertücher und Waschhandschuh. Auf Dauer ist der Preisunterschied also kleiner als gedacht. Wer einmal pro Monat wäscht, fährt mit der Waschanlage im Jahresabo oft sogar günstiger.
Wie oft sollte man sein Auto überhaupt waschen?
Die Frage klingt simpel, hat aber einen echten Einfluss auf deinen Lack. Als Faustregel gilt: einmal im Monat reicht für ein Alltagsauto völlig aus. Im Winter darf es ruhig öfter sein, denn Streusalz ist ein echter Lackfresser und greift auch die Unterbodenversiegelung an.
Im Sommer hingegen lauert die Gefahr durch eingebrannten Vogelkot und Baumharz. Wer zu selten wäscht, riskiert, dass diese Substanzen sich regelrecht in den Klarlack einfressen. Auch Wachsen oder eine Versiegelung lohnt sich – am besten zwei- bis dreimal im Jahr. Das schützt den Lack zwischen den Wäschen und gibt Schmutz weniger Angriffsfläche.
Waschanlage oder SB – es kommt auf dich an!
Die ehrliche Antwort lautet: Beide Methoden sind gut, wenn man sie richtig anwendet. Wer wenig Zeit hat und ein gepflegtes Alltagsauto fährt, ist mit einer modernen Waschanlage bestens bedient. Wer sein Auto liebt, gerne selbst Hand anlegt und das richtige Zubehör nutzt, holt mit der SB-Wäsche ein Top-Ergebnis raus. Den absoluten Sieger gibt es also nicht. Was es hingegen definitiv gibt: falsche Anwendung auf beiden Seiten, die dem Lack schadet. Also lieber einmal mehr nachgelesen, was zu beachten ist.