Regeln, an die sich alle LKW-Fahrer halten müssen

Was darf man als LKW-Fahrer eigentlich und was ist verboten? Wer Vorschriften missachtet, riskiert nicht nur seinen Führerschein, sondern auch Bußgelder.

Es gibt strenge Regeln, wenn man einen LKW fährt.
Quelle: IMAGO / Panthermedia

Ein Leben auf der Autobahn, die Fracht im LKW von A nach B transportieren und dabei die große Freiheit schnuppern – viele pflegen immer noch dieses romantisierte Bild. Doch im Jahr 2026 sieht die Realität radikal anders aus. Enge Lieferfenster und verstopfte Trassen sorgen für Dauerstress. Um die Sicherheit für alle – auch für PKW-Fahrer*innen – zu gewährleisten, gibt es ein strenges Werk an Regeln.

Wie lange dürfen Fahrer*innen maximal am Tag am Steuer sitzen?
Quelle: IMAGO / Shotshop

#1 Die strikte Lenkzeit-Grenze

Damit es nicht zu Marathon-Schichten kommt, die Fahrer*innen und andere Verkehrsteilnehmer*innen gefährden, ist die tägliche Lenkzeit genau gedeckelt. Maximal neun Stunden dürfen LKW-Fahrer*innen pro Tag am Steuer sitzen (zweimal pro Woche sind zehn Stunden erlaubt). Für Autofahrer*innen wichtig zu wissen: Ein LKW, der scheinbar grundlos den Parkplatz ansteuert, tut dies oft unter massivem Zeitdruck, da jede Minute Überschreitung bereits teuer werden kann.

Die Pflichtpausen müssen eingehalten werden.
Quelle: IMAGO / Thomas Eisenhuth

#2 Pflichtpausen

Nach spätestens 4,5 Stunden Fahrt ist Schluss. Dann ist eine Pause von mindestens 45 Minuten vorgeschrieben. Diese Zeit darf zwar aufgeteilt werden (zuerst 15, dann 30 Minuten), muss aber zwingend eingehalten werden. Auch die Parkplatzsuche zählt bereits zur Lenkzeit – ein riesiges Problem für Brummifahrer*innen, da die Raststätten 2026 oft schon am frühen Nachmittag überfüllt sind.

Lesetipp: Die kuriosesten Verkehrsverstöße – und was sie dich kosten!

Wie lange müssen LKW-Fahrer*innen täglich ruhen?
Quelle: IMAGO / agefotostock
Für mit gekennzeichnete Links auf dieser Seite erhalten wir ggf. eine Provision vom Händler.

#3 Die tägliche Ruhezeit

Nach der Schicht kommt die Ruhe. Pro Tag müssen mindestens elf Stunden Ruhezeit eingehalten werden. In dieser Zeit dürfen Fahrer*innen absolut nichts tun, was mit der Arbeit zu tun hat. Wird die Ruhezeit aufgeteilt, erhöht sie sich sogar auf insgesamt zwölf Stunden. Das Ziel: Ausgeruhte Fahrer*innen, die am nächsten Morgen keine Schrecksekunde zu viel brauchen, wenn vor ihnen plötzlich ein Fahrzeug ausschert.

Die Wochenruhezeit darf nicht im LKW verbracht werden.
Quelle: IMAGO / Science Photo Library

#4 Die Wochenruhezeit 

Einmal pro Woche steht eine Ruhezeit von 45 Stunden am Stück an. Hier gab es sogar einen Fall vor dem Europäischen Gerichtshof: Ein belgisches Unternehmen wollte seine Fahrer*innen dazu verpflichten, diese Zeit in der Schlafkabine des LKWs zu verbringen. Die Richter*innen in Luxemburg stellten jedoch klar: Das ist verboten! Die große Wochenruhezeit muss außerhalb des Fahrzeugs (z. B. in einem Hotel oder einer Wohnung) verbracht werden, um echte Erholung zu garantieren.

Es gibt bestimmte Regeln, wenn man als LKW-Fahrer*in überholen möchte.
Quelle: IMAGO / Sven Simon

#5 Das „Elefantenrennen“ (Überholverbot)

Ein rotes Tuch für alle Verkehrsteilnehmer*innen: Wenn ein LKW einen anderen mit minimalem Geschwindigkeitsunterschied überholt. Grundsätzlich ist das Überholen zwar erlaubt, sofern Schilder es nicht untersagen, aber es gibt eine klare Zeitvorgabe: Der Überholvorgang darf nicht länger als 45 Sekunden dauern. Zieht sich das Manöver länger hin, sprechen Fachleute vom unzulässigen „Elefantenrennen“. Das kann für die verantwortlichen Fahrer*innen nicht nur Bußgelder, sondern auch Punkte in Flensburg nach sich ziehen.

LKWs haben ganz konkrete Limits für die Geschwindigkeit.
Quelle: IMAGO / Bihlmayerfotografie

#6 Geschwindigkeitslimits 

Viele Autofahrer*innen wundern sich, warum LKW-Fahrer*innen auf der Autobahn oft exakt das gleiche Tempo halten. Die Regelung im Jahr 2026 ist eindeutig: Für LKW über 7,5 Tonnen gilt ein Tempolimit von 80 km/h. Wer als Fahrer*in beispielsweise mit 16 km/h zu viel (also 96 km/h) auf der Autobahn geblitzt wird, zahlt bereits 140 Euro und kassiert einen Punkt in Flensburg. Ab einer Überschreitung von 31 km/h außerorts drohen sogar 255 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot. Da die Wucht eines 40-Tonners bei Unfällen massiv zunimmt, verstehen die Behörden hier keinen Spaß.

Die Maut-Pflicht ist nicht nur für einen LKW relevant.
Quelle: IMAGO / ZUMA Press Wire

#7 Maut-Pflicht

Seit der Ausweitung der Maut müssen nahezu alle gewerblichen Güterkraftfahrer*innen mit Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen technisch zulässiger Gesamtmasse Gebühren zahlen. Das betrifft längst nicht mehr nur die großen Sattelzüge, sondern auch viele mittelgroße Transporter. Für alle Autofahrer*innen zur Beruhigung: Die markanten Maut-Säulen an den Bundesstraßen sind keine Blitzer für PKW, sondern kontrollieren lediglich digital, ob die Fahrer*innen bzw. deren Unternehmen die Straßennutzungsgebühr entrichtet haben.

Das Auffahren ist ein häufiger Streitpunkt zwischen LKW und PKW-Fahrer*innen.
Quelle: IMAGO / photothek

#8 Gefährlicher Irrtum: Platz machen beim Auffahren

Ein häufiger Streitpunkt zwischen PKW- und LKW-Fahrer*innen: Viele Autofahrer*innen erwarten, dass ein Truck auf die linke Spur ausweicht, um ihnen das Auffahren zu erleichtern. Doch Vorsicht: LKW-Fahrer*innen sollen und dürfen die Spur oft gar nicht wechseln, wenn sie dadurch andere Verkehrsteilnehmer*innen gefährden. Es liegt in der Verantwortung der Einfahrenden, die Lücke zu finden. Ein*e LKW-Fahrer*in, die stur rechts bleibt, handelt im Sinne der Sicherheit – ein abrupter Spurwechsel eines 40-Tonners ist nämlich ein hohes Risiko.

Die Ladungen müssen im Fahrzeug richtig gesichert werden.
Quelle: IMAGO / CHROMORANGE

#9 Die korrekte Ladungssicherung

Jede*r LKW-Fahrer*in ist persönlich verantwortlich, dass die Fracht absolut sicher sitzt. Ist die Ladung nicht ordnungsgemäß gesichert, kostet das standardmäßig 60 Euro und einen Punkt. Kommt es dadurch zu einer Gefährdung anderer Autofahrer*innen, steigt die Strafe auf 75 Euro. Sollte die Ladung sogar einen Unfall verursachen, sind 100 Euro und ein Punkt fällig. Die Polizei kann zudem die Weiterfahrt sofort untersagen, bis die Fracht nachgesichert wurde – was für Spediteur*innen oft noch teurer ist als das Bußgeld selbst.

Worauf muss man als LKW-Fahrer*in noch achten?
Quelle: IMAGO / Revierfoto

#10 Promillegrenze und Winterpflichten

Während für private Autofahrer*innen oft noch die 0,5-Promille-Regel im Kopf herumgeistert, gilt für professionelle Fahrer*innen während der Arbeit faktisch eine Null-Toleranz-Grenze. Zudem müssen LKW-Fahrer*innen im Winter vor Fahrtantritt das Dach von Eisplatten befreien. Ein wichtiges Thema für alle Autofahrer*innen, die schon einmal durch herabfliegendes Eis gefährdet wurden. Wer als Fahrer*in diese Sorgfaltspflicht vernachlässigt, wird 2026 strenger sanktioniert als je zuvor: mit 80 Euro und einem Punkt. Entsteht ein Sachschaden (etwa weil die Eisplatte in eine Windschutzscheibe kracht), erhöht sich das Bußgeld auf 120 Euro.

Lesetipp: Die Fehler darfst du in einem Auto niemals machen!

Pinterest Pin Geheimnis gelüftet: An dieses Verbot müssen sich alle LKW-Fahrer halten.