7 Mythen im Straßenverkehr: Welche Regeln sollte man kennen?

Jeder kennt Mythen im Straßenverkehr, bei denen sich keiner wirklich sicher ist, was denn nun die richtige Antwort auf die Gerüchte ist.

Zu den Mythen im Straßenverkehr zählt, dass man umsonst parkt, wenn der Parkscheinautomat defekt ist

1. Mythen im Straßenverkehr: Ist der Parkscheinautomat defekt, brauche ich nicht zahlen und kann kostenlos parken

Beginnen wir mit einer Frage, die mit öffentlichen Parkplätzen zu tun hat und definitiv zu den Mythen im Straßenverkehr gehört. Darf man einfach kostenlos auf einem Parkplatz oder in einem Parkhaus stehen, wenn der Automat kaputt ist? Genauso wenig wie ein nicht abgestempelter Fahrschein im öffentlichen Nahverkehr, so ist auch die Nutzung eines gebührenpflichtigen Parkplatzes ohne Parkschein rechtswidrig und damit strafbar. In diesem speziellen Fall muss sich der Autofahrer mit einer Parkscheibe helfen und diese gut sichtbar auf das Armaturenbrett legen. Auch hier gilt wie beim gezogenen Parkschein, dass die angegebene bzw. gebuchte Parkdauer nicht überschritten werden darf.

Bei einem Grünpfeil stellt sich für viele die Frage, ob man an der Kreuzung direkt abbiegen darf oder nicht

2. Ohne zu gucken darf man an einem Grünpfeil sofort nach rechts abbiegen

Eine sehr sinnvolle Regelung im Straßenverkehr ist die des Grünpfeils. In Berlin mussten die Grünpfeile an einigen Stellen jedoch sogar wieder abgeschafft werden, da es dort zu viele Unfälle aufgrund falscher Vorstellungen der Regelungen zum Grünpfeil gab. Dabei ist es gar nicht so schwer oder unlogisch, hinter die richtige Anwendungsart des Grünpfeils zu kommen. Er funktioniert im Grunde genommen wie eine Ampel, nur je nach Modell ohne beleuchteten Hintergrund. Wenn die Ampel grün zeigt und man an einer handelsüblichen Kreuzung nach rechts abbiegen möchte, kann man auch nicht einfach ohne Rücksicht auf Verluste die Fußgänger ignorieren, die zur gleichen Zeit grüne Ampeln angezeigt bekommen und ebenfalls die Straße überqueren möchten. Auch beim Grünpfeil muss man also auf die Fußgänger achten. Zusätzlich aber auch noch auf etwaige von links kommende Autos (denn die haben grün, wenn man selbst eine rote Ampel hat und nur durch den Grünpfeil auf die Idee kommt, trotzdem weiterzufahren).

Da das Rechtsfahrgebot gilt, fragen sich viele, ob das ständige Blockieren der Mittelspur auf der Autobahn rechtens ist.

3. Ständig die Mittelspur auf der Autobahn blockieren, ist verboten

Wer kennt es nicht, ob als Autofahrer selbst oder wenn man sich wieder über die Autofahrer vor einem ärgert. Vom Rechtsfahrgebot sollte jeder Autofahrer schon einmal gehört haben - ob es auch alle beachten, sei mal dahingestellt. Auf der Autobahn wird die Mittelspur meistens genutzt, um die (vergleichsweise) langsam fahrenden LKWs und PKWs überholen zu können. Wenn der Überholvorgang an sich beendet ist und der Autofahrer auf der Mittelspur wieder nach rechts ausscheren könnte, machen viele das nicht - oft, da das häufige Spurwechseln als nervig empfunden wird. Viele, der hinter ihnen fahrenden Autofahrer empfinden das als stures Verhalten - auch wenn es noch weitaus sturere Verhaltensweise von Autofahrern gibt. Doch ist das Verbleiben auf der Mittelspur überhaupt rechtens?
Solange man keinen anderen Autofahrer mit der Fahrweise behindert, stellt es keinen Regelverstoß dar, wenn man in der Mitte bleibt. Man darf in der Mitte bleiben, solange nur "hin und wieder" ein Auto auf der rechten Spur fährt - diese Formulierung ist jedoch auch Auslegungssache.

Manche Autofahrer glauben, dass bei der Auffahrt auf die Autobahn das Einfaedelungsprinzip gilt

4. Beim Auffahren auf die Autobahn müssen die heranfahrenden Autos Platz machen

Die Auffahrt auf die Autobahn wird in den meisten Fällen als schwierigster Teil bei der Autobahnfahrt gesehen. Die Fragen, die sich hier viele Autofahrer stellen, gehören auch zu den weit verbreitetsten Mythen im Straßenverkehr. Man muss abschätzen können, ob das Auto, was gerade "angerauscht" kommt, noch weit entfernt genug ist und man Gas geben kann oder ob man lieber nochmal abwarten sollte. Außerdem muss man darauf Vertrauen, dass der Autofahrer auf der rechten Spur gegebenenfalls auch abbremst, sollte der Abstand zwischen den beiden Autos doch nicht ausreichend sein.
Grundsätzlich hat aber der Autofahrer, der sich bereits auf der Autobahn befindet, Vorfahrt gegenüber den Autos, die sich erst auf der Auffahrt befinden. Sollte derjenige, der sich bereits auf der Autobahn befindet, dem Auffahrendes "etwas Gutes" tun wollen und abbremst oder hektisch die Spur nach links wechselt, so ist das auch nicht im Sinne der anderen Verkehrsteilnehmer. Sie werden dadurch nur mehr gefährdet, weswegen entsprechendes Verhalten - auch wenn es nur nett gemeint ist - besser unterlassen werden. Der Auffahrende muss in dem Fall einfach darauf warten, dass die Lücke zwischen den Fahrzeugen groß genug ist, dass er sich problemlos einfädeln kann.

Es ist nicht ganz klar, ob festes Schuhwerk beim Fahren eines Autos Pflicht ist oder ob man auch Sandalen tragen darf

5. Mythen im Straßenverkehr: Das Tragen von festem Schuhwerk im Auto ist Pflicht

Auch diesen Satz haben viele Autofahrer noch im Kopf, wenn sie an die Zeit in der Fahrschule denken - vorausgesetzt natürlich, die Fahrstunden fanden in einem der wärmeren Monate statt. Doch wie sieht es mit dem Wahrheitsgehalt des Satzes aus? Darf man nicht auch im Sommer einfach in Sandalen fahren oder braucht man tatsächlich immer ein festes Paar Wechselschuhe im Auto? Prinzipiell steht nirgendwo geschrieben, welche Schuhe beim Autofahren erlaubt sind und welche nicht - auch barfuß fahren ist kein Problem.
Es wird erst zum Problem, sollte es zu einem Unfall kommen. Denn dann könnten Institutionen, die darin verwickelt sind, das Tragen von losem Schuhwerk wie Zehentrennern als Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht ansehen und nicht so ohne weiteres für die Schadenssumme aufkommen wollen. Daher im Zweifelsfalls und für die Sicherheit aller Beteiligten einfach immer festes Schuhwerk tragen bzw. Wechselschuhe im Auto haben.

Auf öffentlichen Parkplätzen gilt die StVO nicht immer und auch kein "rechts vor links"

6. Die Regeln auf Parkplätzen unterscheiden sich nicht von den Regeln im normalen Straßenverkehr

Der Irrglaube speist sich aller Wahrscheinlichkeit nach aus der Tatsache, dass auf den meisten Parkplätzen Schilder hängen, auf denen geschrieben steht, dass dort die "StVO", also die Straßenverkehrsordnung, gilt. Diese gilt auch auf den Straßen, wo an Kreuzungen ohne Ampeln "rechts vor links" gilt. Das übersetzen viele Autofahrer 1:1 auf den Parkplatz und gehen davon aus, dass auch dort die Regel greift. Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass die Straßenverkehrsordnung zwischen fließendem und ruhendem Verkehr unterscheidet. Auf Parkplätzen gelten, da dort ruhender Verkehr existiert, also andere Regeln. Leider gibt es auf Parkplätzen keine festgeschriebenen Regeln, wie man sich zu verhalten hat. Man sollte dort auf Rücksicht bauen, vorsichtig fahren und sich gegebenenfalls mit Gesten mit den anderen Verkehrsteilnehmern verständigen.

Bei einem Auffahrunfall ist nicht zwangsläufig der Hintermann Schuld

7. Als Vordermann trägt man nie die Schuld, wenn einem der Hintermann rauffährt

Im Regelfall stimmt die Regel schon, jedoch keinesfalls zu jeder Zeit. Eigentlich muss man, so hat man es in der Fahrschule gelernt, immer auf den Vordermann achten. So sollte im besten Fall immer gewährleistet sein, dass kein Auto zu Schaden kommt. Kommen wir aber mal zum Fall, in dem der Regelfall nicht greift und doch der Vordermann die Schuld bekommen und damit haftbar gemacht werden kann. Wenn also der Vordermann völlig grundlos oder aus vergleichsweise nichtigem Grund - so hart es klingt: beispielsweise bei einem kleinen Tier wie einem Hasen - abrupt bremst, sodass der Hintermann nur schwer eine Chance hat, darauf noch reagieren zu können, kann der Vordermann für den Schaden des Hintermanns haftbar gemacht werden. Das Problem für den Hintermann ist jedoch, dass er erst einmal nachweisen muss, dass der Bremsvorgang des Vordermanns unverhältnismäßig war. Alles in allem dürfte der Fall relativ selten auftreten, da die Deutschen mit zu den besten Autofahrern gehören sollen.

Das waren sieben Mythen im Straßenverkehr, die sich Autofahrer mit am häufigsten stellen. Wir hoffen, wir konnte damit einige Unklarheiten beseitigen!