Rückwärts einparken: 12 Tricks, die man immer anwenden sollte
Schluss mit Parkstress und Kratzern! Mit diesen einfachen Tricks für vorwärts, rückwärts und seitlich parkst du dein Auto ab jetzt tiefenentspannt ein.
Das Problem kennt fast jeder: In der Fahrschule hat das Einparken irgendwie geklappt, aber in der Praxis auf vollen Straßen sorgt es regelmäßig für Schweißausbrüche. Sei es die viel zu enge Lücke in der Innenstadt, der ungeduldige Gegenverkehr oder die fehlende Routine mit einem neuen Auto – Parken bedeutet für viele puren Stress.
Dabei ist es reine Übungssache. Egal ob vorwärts, rückwärts oder seitlich: Wer die richtigen Fixpunkte kennt und ruhig bleibt, kommt in jede Lücke.
#1 In der Ruhe liegt die Kraft
Die wichtigste Regel beim Einparken hat überhaupt nichts mit der Lenkradstellung zu tun, sondern mit deiner Einstellung: Lass dich nicht stressen. Sobald du hektisch wirst, passieren Fehler, du verschätzt dich beim Abstand oder übersiehst Hindernisse.
Wenn hinter dir andere Autofahrer*innen hupen oder drängeln, nimm bewusst das Tempo raus. Wer einparkt, hat für diesen Vorgang das Recht auf der Straße. Signalisiere rechtzeitig mit dem Blinker, dass du die Lücke nehmen willst, verschaffe dir einen Überblick und nimm dir genau die Zeit, die du brauchst. Die anderen müssen warten.
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#2 Die Spiegel richtig einstellen
Bevor du überhaupt den Rückwärtsgang einlegst, müssen die Spiegel stimmen. Viele Autofahrer*innen verschenken hier wertvolle Zentimeter Sicht. Wenn du normal und entspannt im Fahrer*innensitz sitzt, sollte der Innenspiegel die komplette Heckscheibe zeigen.
Für die Außenspiegel gilt als Faustregel: Der hintere Türgriff deines Autos sollte jeweils in der unteren, inneren Ecke des Spiegels zu sehen sein. Wenn du rechts seitlich am Bordstein einparkst, kannst du den rechten Außenspiegel vorab auch ruhig ein Stück nach unten kippen. So siehst du die Bordsteinkante genau und verhinderst, dass du dir die Felgen ruinierst.
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#3 Passt das Auto in die Lücke?
Besonders mit größeren Autos wie SUVs steht man in engen Innenstädten oft vor dem Rätsel, ob der Platz überhaupt ausreicht. Ständig vorwärts und rückwärts zu rangieren, um am Ende zu merken, dass es unmöglich ist, frustriert nur.
Nutze dafür eine einfache Faustregel der Expert*innen: Fahre langsam parallel an der Lücke vorbei. Wenn dein Auto der Länge nach komplett neben die freie Fläche passt, hast du im Normalfall auch genug Platz, um dort hineinzuzirkulieren. Wenn du seitlich einparken willst, halte beim Vorbeifahren einen seitlichen Abstand von etwa 50 Zentimetern zu den bereits parkenden Fahrzeugen.
#4 Rückwärts seitlich einparken – Schritt 1
Das rückwärtsgerichtete Einparken hat einen riesigen Vorteil: Da die Lenkachse vorne sitzt, ist das Auto beim Rückwärtsfahren deutlich wendiger und kommt in viel kleinere Lücken als vorwärts. Der Klassiker am Straßenrand funktioniert in zwei klaren Schritten.
Schritt 1: Fahre parallel neben das Auto, das vor deiner Parklücke steht, bis eure Heckstossstangen ungefähr auf einer Höhe sind. Lege den Rückwärtsgang ein und schlage das Lenkrad komplett nach rechts ein. Schaue beim langsamen Anrollen immer dorthin, wo du hinfährst, und setze so weit zurück, bis dein Auto in einem Winkel von etwa 45 Grad zum Bordstein steht.
#5 Rückwärts seitlich einparken – Schritt 2
Sobald du den 45-Grad-Winkel erreicht hast (oder deine B-Säule auf Höhe des Hecks vom vorderen Auto liegt), stoppst du kurz. Jetzt drehst du das Lenkrad komplett nach links und fährst langsam weiter rückwärts.
Das Heck deines Wagens schwenkt nun in die Lücke, während sich die Schnauze am vorderen Auto vorbeischiebt. Achte dabei unbedingt auf deine vordere linke Stoßstange, damit du das Auto vor dir nicht streifst. Wenn du gerade in der Lücke stehst, lenkst du die Räder wieder gerade und rollst ein Stück nach vorne, um den Abstand zu den Nachbarautos auszugleichen.
#6 Typische Fehler korrigieren
Es ist völlig normal, dass der erste Versuch nicht immer perfekt sitzt. Wenn du merkst, dass du beim Zurücksetzen zu früh eingelenkt hast und das Hinterrad fast den Bordstein rammt, macht weiteres Lenken keinen Sinn. Fahre wieder komplett aus der Lücke heraus und starte von vorn.
Solltest du am Ende zu weit vom Bürgersteig wegstehen (mehr als 30 Zentimeter), musst du nicht komplett von vorne anfangen. Fahre einfach schräg nach vorne wieder ein Stück heraus, setze noch mal gerade zurück und lenke dann etwas später und sanfter zum Bordstein hin ein.
#7 Rückwärts parallel einparken auf Parkplätzen
Auf Supermarkt-Parkplätzen oder im Parkhaus sind die Stellplätze meistens im 90-Grad-Winkel parallel angeordnet. Auch hier ist das rückwärtige Einparken fast immer die bessere Wahl, weil du später viel sicherer vorwärts wieder ausparken kannst.
Das Prinzip ist simpel: Fahre an der gewünschten Lücke vorbei, bis das Heck deines Autos auf Höhe des Rücklichts vom bereits parkenden Auto liegt. Schlage das Lenkrad voll in Richtung der Lücke ein und setze langsam zurück. Behalte dabei die beiden Außenspiegel im Auge, um den Abstand zu den Autos links und rechts gleichmäßig zu kontrollieren. Steht der Wagen parallel, Räder gerade richten und zurückrollen.
#8 Fair Play in schmalen Parklücken
Die Parkflächen auf vielen Parkplätzen und in Tiefgaragen sind oft sehr eng bemessen. Hier hilft ein bisschen Rücksichtnahme, um Dellen in den Türen zu vermeiden. Versuche immer, möglichst mittig in deiner Lücke zu stehen.
Sollte der Parkplatz extrem schmal sein, gibt es einen guten Trick: Parke mit der Beifahrerseite deines Autos ganz nah an die Beifahrerseite des Nachbarautos. Da dort im Idealfall beim Einparken niemand mehr einsteigen muss, bleibt auf den jeweiligen Fahrerseiten deutlich mehr Platz zum bequemen Ein- und Aussteigen.
#9 Vorwärts parallel einparken
In einigen Tiefgaragen und Parkhäusern ist das vorwärtsgerichtete Parken explizit vorgeschrieben, um die Wände nicht mit Abgasen zu schwärzen. Der Nachteil: Du brauchst aufgrund der starren Hinterachse deutlich mehr Platz beim Einschlagen.
Der Trick beim vorwärts Einparken lautet: Fahre einen möglichst großen Bogen. Hole so weit wie möglich zur Gegenseite aus, bevor du in die Parklücke einlenkst. Dadurch fährst du den Wagen schon vor dem Erreichen der weißen Linien relativ gerade in den Stellplatz und verhinderst, dass dein Heck beim Reinfahren die Stoßstange des Nachbarautos schrammt.
#10 Vorwärts seitlich einparken – Nur im Ausnahmefall
Manche Autofahrer*innen versuchen aus Gewohnheit, auch am Straßenrand vorwärts seitlich in eine Lücke zu fahren. Das funktioniert allerdings in der Praxis fast nie, es sei denn, die Lücke ist riesengroß und bietet Platz für zwei Autos.
Da du die lenkenden Vorderräder zuerst in die Lücke ziehen stale, schwenkt das Heck nicht sauber nach. Das Auto steht danach meistens schräg auf der Straße und das Hinterrad blockiert den Verkehr. Nutze diese Methode also wirklich nur dann, wenn extrem viel Platz zum Rangieren vorhanden ist.
#11 Sicher rückwärts ausparken
Wer vorwärts in eine Lücke reingefahren ist, steht später vor der Herausforderung, rückwärts wieder raus zu müssen. Das Problem hierbei ist die stark eingeschränkte Sicht nach hinten und zur Seite.
Fahre zunächst ein gutes Stück komplett geradeaus rückwärts. Wenn du zu früh einlenkst, schwenkt deine vordere Stoßstange zur Seite aus und rammt das Auto, das neben dir steht. Erst wenn deine B-Säule am Heck des Nachbarwagens vorbei ist, lenkst du scharf ein. Achte dabei im Schritttempo penibel auf den Querverkehr, wie schnell herannahende E-Bikes oder Fußgänger.
#12 Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Moderne Autos stecken voller Technik. Parksensoren und Rückfahrkameras sind extrem praktische Helfer und nehmen einem viel Orientierungsarbeit ab. Aber sie ersetzen niemals den eigenen Blick.
Wenn du zu schnell rückwärts fährst, reagieren die akustischen Warner oft zu träge und dann folgt der Warnton erst nach dem spürbaren Aufprall. Zudem haben Kameras bei Regen, Schnee oder starkem Gegenlicht oft blinde Flecken. Nutze die Pieper als Orientierung, aber verlass dich auf deine Augen und vergiss vor dem Einparken niemals das Blinken, um den Nachfolgeverkehr rechtzeitig zu warnen.
#13 Was tun, wenn es doch mal kracht?
Trotz aller Vorsicht kann es passieren: Ein kleiner Ruck, ein hässliches Geräusch, und schon hat das Nachbarsauto eine Schramme. In dieser Situation gilt vor allem: Ruhig bleiben und bloß nicht wegfahren.
Einen Zettel mit der Telefonnummer unter den Scheibenwischer zu klemmen und weiterzufahren, reicht gesetzlich nicht aus. Das gilt als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und ist eine Straftat (Fahrerflucht). Du musst eine angemessene Zeit am Auto warten. Taucht der Besitzer nicht auf, bist du verpflichtet, den Schaden umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle zu melden.