Marder im Auto: So vertreibst du sie schonend

Wenn es kälter wird, suchen Marder oft Schutz im Auto – so vertreibst du die Tiere im Winter schonend aus dem Motorraum.

Marder im Auto – so bekommst du sie wieder los.
Quelle: IMAGO / Rüdiger Wölk, IMAGO / blickwinkel

Der Motor stottert, Warnleuchten blinken und zerbissene Kabel hängen unter der Haube. Marder suchen im Auto Wärme und Schutz – doch der Geruch von Rivalen lässt sie aggressiv zubeißen. Das führt schnell zu teuren Schäden. Mit diesen einfachen Tricks hältst du sie schonend fern.

Auch wenn zerbissene Kabel extrem ärgerlich sind: Marder handeln nur nach ihrem natürlichen Instinkt und suchen Schutz. Sie stehen unter dem Schutz des Jagdrechts. Wer zu verbotenen Schlagfallen oder Gift greift, riskiert nicht nur immense Bußgelder, sondern fügt den Tieren auch Qualen zu. Wenn du feststellst, dass ein Marder im Motorraum Junge aufgezogen hat, wende dich vor jeglichen Schritten an eine örtliche Wildtierstation oder den Forstbetrieb, um die Jungtiere nicht zu gefährden.

Warum klettern Marder in den Motorraum? 

Deshalb klettern Marder überhaupt in die Motorhaube.
Quelle: IMAGO / imagebroker

Marder klettern nicht in dein Auto, weil sie Appetit auf Gummi oder Plastik haben. Der Motorraum dient schlicht als sicherer Rückzugsort: Er ist dunkel, geschützt und besonders in den kühleren Monaten angenehm warm. Das eigentliche Problem entsteht erst durch ihr ausgeprägtes Revierverhalten. Hat ein Marder das Fahrzeug mit Duftmarken beansprucht und parkst du es anschließend im Revier eines Rivalen, nimmt dieser den Geruch sofort wahr. Um den vermeintlichen Konkurrenten zu vertreiben, gerät das Tier in Rage und beißt gezielt in die Duftspuren.

Dabei treffen die scharfen Zähne vor allem flexible Bauteile: Zündkabel, Kühlwasser- und Unterdruckschläuche, Gummimanschetten sowie die Dämmmatten der Motorhaube. Ein einzelnes zerbissenes Kabel auszutauschen schlägt meist mit 100 bis 300 Euro zu Buche. Richtig teuer wird es jedoch, wenn der Schaden unbemerkt bleibt. Läuft das Kühlwasser aus, droht dem Motor eine schwere Überhitzung; defekte Zündkabel können zudem den Katalysator beschädigen. Solche Folgeschäden reichen dann auch schnell mal auf 5.000 Euro. Die Teilkasko übernimmt in der Regel die direkten Verbisskosten – ob sie auch für die Folgeschäden aufkommt, hängt allerdings von den genauen Vertragsbedingungen ab.

Woran du erkennst, dass ein Marder im Motorraum war?

Daran erkennt man, dass ein Marder im Motorraum war.
Quelle: Eibner, IMAGO / Frank Sorge

Da Marder nachtaktiv sind, bekommt man sie selten direkt zu Gesicht. Es gibt jedoch eindeutige Warnzeichen, die ihren Besuch verraten. Achte als Erstes auf die Außenseite deines Autos: Kleine, dreckige Pfotenabdrücke auf der Motorhaube, der Windschutzscheibe oder dem Dach sind klassische Indizien.

Ein Blick unter die Motorhaube sorgt schnell für Gewissheit. Typische Spuren sind zerfetzte Dämmmatten, verstreutes Nistmaterial, Tierhaare oder sogar mitgebrachte Beutereste wie Knochen und Eierschalen. Auch ein intensiver, moschusartiger Geruch deutet klar auf eine frisch gesetzte Duftmarke hin.

#1 Motorwäsche durchführen

Eine Motorwäsche kann Spuren von Madern entfernen.
Quelle: IMAGO / Filippo Carlot
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Hast du Spuren entdeckt, solltest du dich etwas beeilen: Marder beißen nämlich nicht aus Hunger zu, sondern weil sie eben die Duftspur eines rivalisierenden Artgenossen im Motorraum riechen. Wird diese nicht gründlich entfernt, hilft kaum eine Abwehrmaßnahme, da das Tier versuchen wird, sein Revier aggressiv gegen den vermeintlichen Eindringling zu verteidigen.

Der allererste und wichtigste Schritt zur Marderabwehr ist daher die vollständige Beseitigung dieser Geruchsspuren. Am besten lässt man eine professionelle Motor- und Unterbodenwäsche in einer Werkstatt oder Waschstraße durchführen.

Wer selbst Hand anlegen möchte, sollte zu speziellen Duftmarken-Entferner-Sprays aus dem Fachhandel greifen. Eine normale Wäsche mit Wasser reicht oft nicht aus, um die hartnäckigen Drüsensekrete des Marders zu lösen. Erst wenn der Motorraum wieder völlig geruchsneutral ist, lässt sich das Auto nachhaltig sichern.

#2 Motorraum von unten abdichten

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Damit der Marder gar nicht erst an deine Kabel kommt, kannst du den Motorraum von unten abdecken lassen. Für viele Autos gibt es spezielle Platten, Bleche oder dichte Borstenleisten, die unter dem Auto montiert werden.

Sie verschließen die großen Lücken, durch die das Tier sonst mühelos hineinklettert. Wenn der Weg versperrt ist, zieht der Marder eigentlich weiter. Frag am besten bei deiner Werkstatt nach, ob es für dein Automodell so eine Abdeckung gibt. Das kostet zwar einmalig etwas Geld (zwischen 180 und 350 Euro) für den Einbau, schützt aber dauerhaft und zuverlässig.

#3 Bewegungsmelder mit Blinklicht einsetzen

Marder sind extrem schreckhafte Tiere.
Quelle: IMAGO / teutopress

Marder sind nachtaktiv und extrem schreckhaft, wenn es plötzlich hell wird. Das kannst du ausnutzen: Es gibt kleine Geräte für das Auto oder den Carport, die Ultraschall mit einem sehr hellen Blitzlicht kombinieren.

Schleicht sich das Tier an, registriert ein Sensor die Bewegung und das Licht fängt sofort an zu blinken. Das blendet den Marder und nimmt ihm das Gefühl, in einer dunklen, sicheren Höhle zu sein. Das Tier erschreckt sich und ergreift sofort die Flucht. Besonders für Autos, die immer am selben Platz vor dem Haus stehen, ist das eine super Lösung.

#4 Strategisch parken und Stellplatz sichern

Es ist sinnvoll, dass man sein Auto in die Nähe von Straßenlaternen parkt, um Marder fernzuhalten.
Quelle: IMAGO / Wirestock

Schon mit der Wahl deines Parkplatzes kannst du Marder effektiv fernhalten. Parke dein Auto nachts am besten unter einer gut beleuchteten Straßenlaterne. Marder mögen kein offenes Licht, sondern suchen Schutz in dunklen Ecken, neben Büschen oder dichten Hecken.

Wer eine Garage hat, sollte sie konsequent nutzen. Wichtig ist dabei: Schließe das Tor immer sofort und prüfe, ob es Löcher oder Ritzen in den Wänden gibt – Mardern reicht schon eine Lücke von fünf Zentimetern.

#5 Bittere Schutz-Sprays anwenden

Mit diesem Spray vertreibst du Marder aus deinem Motorraum.
Quelle: IMAGO / Avalon.red

Eine einfache und völlig legale Methode sind spezielle Schutz-Sprays und Wachse für den Motorraum. Diese Mittel bekommt man im Fachhandel, und sie werden auch von vielen Werkstätten bei der Inspektion aufgetragen.

Die Sprays bilden einen Schutzfilm auf Kabeln und Schläuchen. Sie riechen für den Marder unangenehm und schmecken extrem bitter. Versucht das Tier hineinzubeißen, vergeht ihm durch den ekligen Geschmack sofort die Lust. Das Gute an den professionellen Produkten: Sie kosten zwar 10 bis 30 Euro pro Dose, halten aber deutlich länger als Hausmittel und waschen sich bei Regen nicht sofort ab.

Wichtig zu wissen: Solche Vertreibungssprays sind absolut erlaubt. Verboten sind hingegen Gift oder tödliche Fallen. Da Marder dem Jagdrecht unterliegen, drohen beim Vergiften oder Fangen ohne Genehmigung hohe Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Sprays verjagen das Tier schonend und halten dich rechtlich auf der sicheren Seite.

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#6 Ein Marder-Gitter unterlegen

Marder-Gitter eignen sich besonders, um Marder schonend loszuwerden.
Quelle: IMAGO / Niehoff

Marder sind bei ihren Wegen extrem vorsichtig. Sie hassen Untergründe, die wackeln, nachgeben oder sich an ihren Pfoten unangenehm anfühlen. Das kannst du ausnutzen, indem du ein Marder-Gitter unter dein geparktes Auto legst.

Du kannst dir so ein Gitter ganz einfach selbst bauen: Nagel feinen Hasendraht oder Maschendraht auf einen flachen Holzrahmen. Alternativ gibt es fertige Kunststoffgitter für etwa 15 bis 30 Euro im Fachhandel. Legst du dieses Gitter genau unter den Motorraum, traut sich der Marder wegen des wackeligen Untergrunds nicht mehr ans Auto heran. Wichtig dabei: Das Gitter muss an allen Seiten etwas unter dem Auto hervorstehen, damit das Tier nicht einfach darüber hinwegspringen kann. Es ist eine extrem günstige, effektive und absolut tierfreundliche Methode.

#7 Elektroschock-System montieren

Unter Fachleuten und Automobilclubs gilt das Elektroschock-System als die wirksamste Methode überhaupt.
Quelle: IMAGO / imagebroker

Unter Fachleuten und Automobilclubs gilt das Elektroschock-System als die wirksamste Methode überhaupt. Im Motorraum werden an den typischen Einstiegsstellen mehrere kleine Metallplättchen angebracht. Dringt ein Marder ein und berührt eine dieser Stellen, bekommt er einen kurzen, feinen Stromschlag.

Das Prinzip ist dasselbe wie bei einem elektrischen Weidezaun für Kühe: Der Schlag tut nicht weh und ist für das Tier völlig ungefährlich, erzeugt aber einen riesigen Schreckmoment. Der Marder merkt sich das Auto als Bedrohung und macht künftig einen großen Bogen um den Motorraum.

Moderne Systeme schalten sich beim Öffnen der Motorhaube automatisch aus, damit Mechaniker sicher arbeiten können. Mit Einbau kostet das System rund 150 bis 250 Euro in der Werkstatt – eine einmalige Anschaffung, die das Auto dauerhaft schützt.

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