10 Fehler, die deinem Auto langfristig schaden können

Fahrfehler vermeiden: Diese 10 scheinbar harmlosen Alltagssünden schädigen dein Auto langfristig. So verhinderst du teure Motorschäden!

Manche Gewohnheiten können dein Auto langfristig schädigen.
Quelle: IMAGO / Gottfried Czepluch

Viele Gewohnheiten am Steuer fühlen sich völlig harmlos an, die deinem Auto gewaltig schaden können. Was man anfangs gar nicht merkt, sorgt später für saftige Werkstattrechnungen oder im schlimmsten Fall für einen Totalschaden. Diese Übersicht zeigt dir zehn typische Fehler im Alltag und wie du dein Auto ganz einfach davor schützt.

Den Motor solltest du nach einem Kaltstart nicht direkt nach oben jagen.
Quelle: IMAGO / Filippo Carlot

#1 Den Motor direkt nach dem Kaltstart hochjagen

Wenn das Auto länger gestanden hat, braucht die Ölpumpe erst einmal ein paar Sekunden, um das Schmiermittel an alle wichtigen Stellen im Motor zu befördern. Dazu kommt: Kaltes Motoröl ist zäh. Wer jetzt direkt Vollgas gibt und die Drehzahlen hochjagt, riskisiert, dass der Schmierfilm abreißt. Metall reibt dann ungeschützt auf Metall, und das zerstört auf Dauer die Kolben und Lager.

Die richtige Fahrweise: Gib dem Motor nach dem Start ein paar Sekunden Zeit und fahre die ersten 10 bis 15 Minuten im niedrigen Drehzahlbereich warm (beim Benziner unter 3.000 U/min, beim Diesel unter 2.000 U/min).

Achtung: Nur weil das Kühlwasser laut Anzeige schnell warm wird, ist das Öl noch lange nicht auf Betriebstemperatur. Das braucht deutlich länger.

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Kühlmittel sollten nicht vermischt oder falsch nachgefüllt werden.
Quelle: IMAGO / imagebroker

#2 Das falsche Kühlmittel nachfüllen (oder Typen mischen)

Wer beim Nachfüllen des Kühlmittels nicht aufpasst, riskiert einen teuren Motorschaden. Viele denken, Flüssigkeit ist Flüssigkeit, doch der ADAC warnt ausdrücklich vor einem fatalen Fehler: Es gibt silikathaltige und silikatfreie Kühlmittel, die niemals miteinander vermischt werden dürfen.

Tun sie es doch, kommt es zu chemischen Reaktionen und das Mittel flockt aus. Diese Klumpen verstopfen die feinen Leitungen und schädigen die Wasserpumpe. Der Motor wird nicht mehr richtig gekühlt und überhitzt. Ein erstes, unscheinbares Warnsignal: Die Heizung im Innenraum wird plötzlich nicht mehr richtig warm.

Verlasse dich niemals auf die Farbe des Kühlmittels, denn Hersteller färben ihre Produkte frei ein. Schau stattdessen immer direkt auf den Behälter im Motorraum oder in die Betriebsanleitung deines Autos, um die genaue Spezifikation zu finden. Wenn du Konzentrat nutzt, verdünne es im Verhältnis 1:1 mit destilliertem Wasser. Normales Leitungswasser verkalkt das System. Und ganz wichtig: Öffne den Deckel niemals bei warmem Motor, da das System unter Druck steht und akute Verbrühungsgefahr besteht.

Der Ölwechsel sollte nicht herausgezögert werden.
Quelle: IMAGO / CHROMORANGE

#3 Wartungsintervalle und Ölwechsel verschleppen

Motoröl altert nicht nur durch die gefahrenen Kilometer, sondern auch durch die reine Zeit. Mit den Monaten verliert es seine Schmierfähigkeit und nimmt Schmutz, Ruß und Feuchtigkeit auf. Wer den Öl- und Filterwechsel ignoriert oder hinauszögert, riskiert, dass sich im Motor zäher Ölschlamm bildet. Dieser setzt die feinen Ölkanäle zu, wodurch die Schmierung irgendwann komplett abreißt. Die Folge ist ein schleichender Verschleiß, der am Ende in einem kapitalen Motorschaden endet.

Halte dich deshalb strikt an die Vorgaben des Herstellers, im Schnitt bedeutet das alle 15.000 bis 30.000 Kilometer oder einmal im Jahr einen Wechsel. Wer fast nur Kurzstrecken fährt, sollte das Öl sogar noch häufiger wechseln, da sich durch die geringen Temperaturen vermehrt unverbrannter Kraftstoff im Öl ansammelt und es extrem verdünnt.

Dein Fuß sollte nicht dauerhaft auf der Kupplung liegen.
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#4 Den Fuß dauerhaft auf dem Kupplungspedal ablegen

Viele Autofahrer*innen nutzen das Kupplungspedal unbewusst als bequeme Fußablage, während sie fahren. Was sich harmlos anfühlt, ist für die Technik eine enorme Belastung. Selbst der minimale, leichte Druck deines Fußes reicht aus, um das sogenannte Ausrücklager permanent gegen die Kupplung zu pressen. Dabei entsteht dauerhafte Reibung und extreme Hitze. Das Lager verschleißt im Zeitraffer und die Kupplungsscheibe fängt irgendwann an durchzurutschen.

Gewöhne dir konsequent an, den linken Fuß nach jedem Schaltvorgang komplett vom Pedal zu nehmen. Stell ihn stattdessen auf der dafür vorgesehenen Ablagefläche ganz links im Fußraum ab. So wird das gesamte System komplett entlastet und du sparst dir einen teuren, vorzeitigen Kupplungswechsel.

Fast jede Person macht es: Die Hand auf dem Schaltknauf ausruhen. Doch das ist ein Fehler.
Quelle: IMAGO / Shotshop

#5 Den Schaltknauf als Handablage benutzen

Die Hand lässig auf dem Schalthebel liegenzulassen, sieht zwar entspannt aus, ist mechanisch gesehen aber eine Katastrophe. Der Schalthebel ist über Gestänge oder Seilzüge direkt mit dem Getriebe verbunden. Durch das permanente Gewicht deiner Hand wird im Inneren des Getriebes eine sogenannte Schaltgabel kontinuierlich gegen die rotierenden Bauteile gedrückt. Das sorgt für extremen, unnatürlichen Verschleiß an den Synchronringen und Lagern, was sich irgendwann durch ein Hakeln beim Schalten bemerkbar macht.

Beide Hände gehören während der Fahrt an das Lenkrad. Nutze den Schalthebel ausschließlich für den kurzen Moment, in dem du den Gang wechselst. Sobald der Gang drin ist, wandert die Hand sofort wieder zurück ans Steuer. Damit entlastest du die sensible Getriebemechanik vollständig.

Ein Turbolader sollte nicht sofort abgestellt werden.
Quelle: IMAGO / photothek

#6 Einen Turbomotor nach hoher Last sofort abstellen

Nach einer schnellen Autobahnfahrt oder einer steilen Bergaufstrecke wird der Turbolader, der einem Motor durch zusätzliche Luft mehr Leistung verleiht, extrem heiß und glüht teilweise sogar. Wenn du den Motor in diesem Zustand sofort ausschaltest, stoppt schlagartig auch die Ölpumpe.

Das Öl, das sich in diesem Moment noch im glühend heißen Turbolader befindet, zirkuliert nicht mehr. Es überhitzt und verbrennt zu harten Kohlepartikeln (Verkokung). Diese Partikel verstopfen die feinen Ölleitungen, sodass der Lader beim nächsten Start trocken läuft und zerstört wird.

Gönne dem Motor nach hoher Belastung eine kleine Abkühlphase. Fahre die letzten ein bis zwei Kilometer vor dem Ziel mit niedriger Drehzahl und wenig Gas. Wenn du direkt von der Autobahn auf einen Rastplatz fährst, lass den Motor im Stand einfach noch etwa ein bis zwei Minuten im Leerlauf nachlaufen. So transportiert das fließende Öl die extreme Hitze sicher ab.

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Du solltest unbedingt vermeiden, ständig Kurzstrecken zu fahren.
Quelle: IMAGO / Gottfried Czepluch

#7 Das Auto ständig nur auf extremen Kurzstrecken fahren

Wer sein Auto dauernd für Wege unter 5 Kilometern nutzt, in die Bäckerei oder zum nächsten Supermarkt –, schadet der Mechanik massiv. Auf diesen kurzen Distanzen erreicht der Motor niemals seine optimale Betriebstemperatur. Das Problem: Unverbrannter Kraftstoff und Kondenswasser schlagen sich an den kalten Zylinderwänden nieder und wandern nach unten ins Motoröl. Das Öl wird extrem verdünnt und verliert seine Schmierkraft. Bei Dieselmotoren kommt hinzu, dass sich der Rußpartikelfilter ungebremst zusetzt, weil die Hitze fehlt, um ihn freizubrennen.

Vermeide Kleinststrecken, wann immer es geht, und nimm für den schnellen Einkauf lieber das Fahrrad. Lässt sich die Kurzstrecke nicht verhindern, solltest du dein Auto regelmäßig (am besten alle zwei Wochen) auf eine längere Ausfahrt über die Autobahn oder Landstraße schicken (mindestens 30 Minuten). Nur so wird das Öl richtig heiß, wodurch Kraftstoff und Wasser verdampfen, und der Partikelfilter kann sich regenerieren.

Achtung bei Bordsteinen. Das kann gefährlich für dein Auto werden.
Quelle: IMAGO / Zoonar

#8 Bordsteinkanten zu schnell oder im falschen Winkel überfahren

Mal eben schnell auf dem Bürgersteig parken oder beim Wenden schwungvoll über die Kante rumpeln: Das harte Auffahren auf Bordsteine ist wie Gift für dein Auto. Dabei wirken punktuell enorme Kräfte auf die Reifen.

Das Gemeine daran: Im Inneren des Reifens können dadurch unsichtbare Risse (Karkassbrüche) entstehen. Der Reifen sieht von außen noch gut aus, kann aber später bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn plötzlich platzen. Gleichzeitig verzieht sich durch den harten Aufprall schnell die Achsgeometrie, was zu schief abgefahrenen Reifen und schlechterem Fahrverhalten führt.

Wenn es sich nicht umgehen lässt, fahre die Kante im extrem langsamen Schritttempo und in einem möglichst stumpfen Winkel (also fast rechtwinklig) an. Vermeide es absolut, den Reifen an der Kante zu quetschen oder mit stark eingeschlagenen Rädern Druck aufzubauen.

Du solltest nicht immer mit einem fast leeren Tank fahren.
Quelle: IMAGO / blickwinkel

#9 Den Tank immer bis zum letzten Tropfen leerfahren

Wer aus Gewohnheit permanent auf Reserve unterwegs ist und den Tank bis zum bitteren Ende ausreizt, tut seinem Auto keinen Gefallen. Moderne Kraftstoffpumpen sitzen direkt im Tank und werden durch den vorbeifließenden Kraftstoff gekühlt und geschmiert. Ist der Tank ständig fast leer, saugt die Pumpe immer wieder Luft an, läuft heiß und verschleißt extrem schnell.

Zudem lagern sich am Tankboden im Laufe der Jahre Schmutzpartikel und Kondenswasser ab. Fährst du den Tank komplett leer, wird dieser Bodensatz angesaugt und kann den Kraftstofffilter oder die empfindlichen Einspritzdüsen verstopfen.

Beim Abfahren am Berg solltest du nicht auf der Bremse stehen.
Quelle: IMAGO / Steinach

#10 Bei langen Bergabfahrten permanent auf der Bremse stehen

Dauerhaftes, leichtes Bremsen bei steilen Passabfahrten oder langen Gefällen ist extrem gefährlich für die gesamte Bremsanlage. Durch die ständige Reibung werden die Bremsscheiben und Beläge glühend heiß. Das führt zum sogenannten „Bremsfading“: Die Bremswirkung lässt schlagartig nach, weil das Material die Hitze nicht mehr abbauen kann. Im schlimmsten Fall fängt sogar die Bremsflüssigkeit an zu kochen, es bilden sich Dampfblasen im System, und du trittst beim Bremsversuch plötzlich ins Leere.

Besser wäre: Nutze konsequent die Motorbremse. Schalte bei Bergabfahrten in einen niedrigeren Gang (bei Automatikautos einfach über den manuellen Modus oder die Schaltwippen), sodass die Kompression des Motors das Auto abbremst. Reicht das nicht aus, bremse lieber kurzzeitig und dafür einmal kräftig ab, um das Tempo zu drosseln, und lass das Pedal danach wieder komplett los. So bekommen die Bremsen in den Zwischenphasen genug Fahrtwind, um wieder abzukühlen.

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