10 Fehler bei der Kindersicherung im Auto

Du möchtest dein Kind bestmöglich während der Fahrt schützen? Hier findest du zehn häufige Fehler, die Eltern bei der Kindersicherung im Auto machen.

Nach dem Artikel kannst du sagen, was in diesem Bild falsch ist.
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Unfälle sind so ziemlich das Schlimmste, was beim Autofahren passieren kann. Umso wichtiger ist es, dass im Ernstfall alle Insass*innen gut gesichert sind. Das gilt vor allem für Kinder, da sie einem besonders hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt sind. Ihre Körper sind noch im Wachstum und daher deutlich empfindlicher als die von Erwachsenen. Glücklicherweise gibt es heute eine Vielzahl an Möglichkeiten, den Nachwuchs optimal zu schützen. In diesem Artikel erfährst du, was du beachten solltest, wenn du deine Schützlinge im Auto richtig sichern möchtest und welche Fehler häufig mit dem Kindersitz begangen werden.

Der richtige Sitz ist entscheidend für eine gute Sicherung.
Quelle: IMAGO / Zoonar II
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#1 Der falsche Sitz

Kinder sollten immer in einem passenden Sitz transportiert werden. Was als passend gilt, hängt von mehreren Faktoren ab. Eine Rückenlehne wird vom ADAC dabei für jede Altersgruppe empfohlen. Jeder Sitz wird einer Klasse zugeordnet, jedoch sind diese Angaben nicht immer passend. Lass dich am besten in einem Fachgeschäft beraten, denn nur weil ein Sitz beispielsweise bis zum zwölften Lebensjahr zugelassen ist, heißt das nicht, dass er auch die richtige Größe für dein Kind hat. Achte also eher auf Größe und Gewicht deines Kindes statt auf die Altersempfehlungen.

Die Gurte sollten immer straff sitzen.
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#2 Gurte locker

Der Gurt muss von der Brust des Kindes über die Schultern gehen und darf weder den Hals noch die Oberarme berühren, da es sonst zu Verletzungen kommen kann. Davon abgesehen sollten alle Gurte straff angezogen werden, damit sie eng genug am Körper anliegen. Dabei solltest du nicht übervorsichtig sein, denn sie müssen wirklich eng anliegen, um dein Kind halten zu können. Tun sie dies nicht, können sie verrutschen und damit schwere Verletzungen hervorrufen oder dein Kind könnte einfach unter ihnen hindurchrutschen. Der ADAC gibt vor, dass nicht mehr als eine Hand zwischen Gurt und Kind passen sollte. 

Kleine Kinder sollten immer rückwärts fahren.
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#3 Kind zu früh vorwärts gerichtet

Babys sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt. Nicht umsonst muss ihr Nacken bis zu einem gewissen Alter besonders gestützt werden. Im Auto ist genau das der Grund dafür, dass du dein Kleines lieber rückwärts gerichtet fahren lassen solltest. Im Falle eines Unfalls werden Kopf und Nacken so nicht locker nach vorne geschleudert, sondern lediglich gegen das Kopfende des Sitzes gedrückt, was deutlich schonender ist. Der ADAC empfiehlt, dein Kind mindestens bis zu seinem zweiten Geburtstag rückwärts – in einem so genannten Reboarder – fahren zu lassen, denn erst dann ist die Muskulatur in den gefährdeten Bereichen stärker.

Diese Warnschilder gibt es nicht ohne Grund.
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#4 Airbag nicht deaktiviert

Grundsätzlich gilt, dass dein Kind vorsichtshalber lieber auf der Rückbank sitzen sollte, denn da ist es am sichersten. Sollte das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, gelten folgende Regeln: Fährt dein Kind schon vorwärts mit, muss der Beifahrersitz so weit wie möglich zurückgeschoben werden. Bei einem Unfall kommt der Airbag nämlich mit so einer Kraft herausgeschossen, dass es ansonsten zu Verletzungen kommen könnte. Bei rückwärtsgerichteten Kindersitzen muss der Airbag ganz deaktiviert werden. Die Wucht des Aufpralls wäre ansonsten ein zu großes Risiko.

Eine regelmäßige Überprüfung ist wichtig.
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#5 Keine regelmäßige Kontrolle des Sitzes

Kindersitze gehören zu den Verschleißgegenständen, die regelmäßig kontrolliert werden sollten. Gerade die Gurte und die Verschlüsse können mit der Zeit nachlassen und kaputtgehen. Achte also vor jeder Fahrt darauf, ob alles noch ordentlich hält. Wenn nicht, solltest du den kaputten Sitz am besten sofort ersetzen. Neben Beschädigungen solltest du auch regelmäßig schauen, ob der Sitz noch die richtige Größe für dein Kind hat, schließlich wächst es ja auch.

Winterjacken sollten vor der Fahrt ausgezogen werden.
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#6 Winterkleidung unter dem Gurt

Zugegeben, gerade in älteren Autos kann es im Winter eine Weile dauern, bis die Heizung für eine angenehme Temperatur gesorgt hat. Trotzdem solltest du deinem Kind die Winterjacke ausziehen, bevor du es im Sitz anschnallst. Ansonsten ist der Abstand zwischen Kind und Gurt zu groß. Das kann im Ernstfall dazu führen, dass dein Kind nicht richtig aufgefangen wird oder der Gurt an den falschen Stellen Druck ausübt. Letzteres kann mitunter schlimme Folgen haben. Lass dein Kind also lieber ohne Jacke einsteigen und decke es über den Gurten mit einer Decke zu.

Achte immer darauf, dass der Sitz gut fixiert ist.
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#7 Sitz falsch fixiert

Der beste Kindersitz bringt nichts, wenn er nicht richtig im Auto fixiert ist. Zu jedem Sitz kommt eine Montageanleitung, die du Schritt für Schritt befolgen solltest, auch wenn die Punkte vielleicht schlecht zu erreichen sind oder du nur kurz unterwegs bist. Teste vor jeder Fahrt, ob der Sitz auch wirklich fest ist, indem du an ihm rüttelst. Die meisten Sitze und Sitzbänke verfügen über das Isofix-System, mit dem der Sitz sicher und schnell eingehakt werden kann. Viele Sitze haben mittlerweile außerdem Leuchten oder Felder, die dir anzeigen, wenn alles richtig fixiert ist. Dies ist wichtig, denn wenn dein Kind gut im Sitz fixiert ist, der Sitz aber nicht an der Sitzbank, wird es trotzdem durch das Auto geschleudert.

Lesetipp: Laut Experten – das sind die gefährlichsten Fehler im Auto.

Ein solches Netz hält nicht nur Hunde im Kofferraum, sondern auch lose Gegenstände.
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#8 lose Gegenstände

Grundsätzlich sollten nicht nur du und deine Kinder, sondern auch alle Gegenstände, die du transportierst, gut gesichert sein. Gerade Flaschen, Spielzeug oder andere Gegenstände können sonst beim scharfen Bremsen oder bei einem Unfall umherfliegen und euch treffen. Wenn große Kräfte wirken, werden diese vermeintlich harmlosen Gegenstände zu gefährlichen Geschossen, die ernsthafte Verletzungen verursachen können. Verstaue alle Gegenstände also bestenfalls im Kofferraum oder sorge mit Netzen, Gurten, Organizern und Co. dafür, dass sie sich nicht von allein lösen können.

Damit dein Kind die Tür nicht öffnen kann, solltest du die Kindersicherung aktivieren.
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#9 Türsicherung nicht aktiviert

Kinder spielen gerne mit allem, was ihnen in die Hände fällt. Dazu kann auch der Türgriff oder der Fensteröffner gehören. Beides kannst du in deinem Auto für die Rückbank blockieren, damit Tür und Fenster nicht während der Fahrt geöffnet werden können. Zwar sollte mit deinem Kind nicht viel passieren, solange es gut gesichert ist, allerdings kann es andere unschöne Folgen geben. Stell dir zum Beispiel vor, ein anderes Auto fährt in die geöffnete Tür hinein. Doch selbst wenn nichts passieren sollte, kann es nervig sein, extra anhalten zu müssen, um die Tür wieder zu schließen.

Auch auf kurzen Fahrten sollten Kinder gesichert werden.
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#10 „Es ist ja nur eine kurze Fahrt“

Vielleicht kennst du das: Du möchtest dein Kind nur kurz zur Kita um die Ecke fahren und bist sowieso schon im Stress. Das ist allerdings keine Entschuldigung dafür, dein Kind nicht richtig zu sichern, selbst auf kurzen Strecken kann einiges passieren. Tatsächlich passieren die meisten Unfälle statistisch gesehen im räumlich nahen Umfeld der Fahrer*innen, vor allem wenn diese gestresst und in Eile sind. Also nimm dir lieber die Zeit, dein Kind vernünftig zu sichern! Denn Sicherheit sollte immer vorgehen, auch wenn du dafür vielleicht mal ein paar Minuten später zur Arbeit kommst.

Lesetipp: Die 10 sichersten Autos – diese Modelle gelten als besonders sicher.

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