Was verdienen eigentlich Automarken an einem Auto?

In den Medien hört man immer wieder von hohen Umsätzen, die Automarken teils erzielen. Deswegen fragen wir uns: Wie viel verdienen VW & Co. an einem Auto?

Viele autobegeisterte Menschen interessieren sich dafür, wie viel große Automarken an einem Auto verdienen.
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Wenn es um Autopreise geht, fragen sich die meisten vor allem, wie viel sie selbst für ein Stück fahrbares Blech blechen müssen (Wortspiel des Jahres!). Interessanter ist vielleicht jedoch die Frage, wie viel Gewinn Autohersteller denn so an einem einzigen Auto machen. Rein theoretisch geht man davon aus, dass Automarken einen beträchtlichen Gewinn an einem Auto verzeichnen können. Allerdings verhält es sich so: Je nach Automarke gibt es große Unterschiede, wie viel sie pro Auto verdienen, wie ihr sehen werdet.

Wir sind der Sache auf den Grund gegangen – und die Ergebnisse sind äußerst vielfältig: Denn während manche Marken ordentlich Gewinne einstreichen, sieht es bei anderen äußerst dürftig aus...

Daimler verdient an einem Auto mehrere tausend Euro.
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Mercedes-Benz verdient richtig gut an einem Auto, und zwar 3.343 Euro

An einem Fahrzeug erwirtschaftet Daimler einen Umsatz von 38.458 Euro. Dazu gehören natürlich nicht nur Autos der Marke Mercedes, sondern z. B. auch Smart, aber die meisten verkauften Autos sind Mercedes-Wagen. Bei diesem Umsatz soll der Hersteller pro Auto 3.343 Euro verdienen. Natürlich gehören Mercedes nicht zu den günstigen Automarken, allerdings haben sie auch einiges auf dem Kasten! Das wird zum Beispiel bei einem "Rennen" zwischen einem Mercedes SL 63 und einer Yamaha R1 mit rund 300 km/h klar.

Und wie sieht es ansonsten aus?

BMW kann sich nicht beklagen, denn sie verdienen viel an einem Auto.
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BMW macht gutes Geld mit einem Auto

BMW hat für sich das Ziel festgesteckt, zwischen acht und zehn Prozent operativen Gewinn zu erwirtschaften. Unter operativem Gewinn versteht man den Betrag, der entsteht, wenn man von den Einnahmen lediglich die Kosten für die Herstellung und den Verkauf abzieht, Steuern und Zinsen aber noch nicht. Mit einer operativen Rendite von 9,2 Prozent im ersten Halbjahr 2018 erreichte BMW somit sein Ziel. Im Schnitt verkauft BMW einen Wagen für 33.401 Euro und erzielte einen operativen Gewinn von 3.057 Euro

Du willst sehen, wie ein BMW M6 einen Porsche auf der Autobahn abzieht?

Porsche ist unter den Top-Verdienern pro Auto in der Autobranche.
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VW: Durchwachsen

Im VW-Konzern sind die Zahlen durchwachsen und hängen von der jeweiligen Marke ab.

Die VW-Tochter Audi erzielte 2018 pro Auto einen Gewinn von rund 3.347 Euro. Bei Porsche, dem Goldkind des Konzerns, liegen die Zahlen sogar noch höher: Im ersten Halbjahr 2018 verdiente die Marke schlappe 16.780 Euro an einem ihrer Luxusmodelle. Nicht schlecht.

Ganz und gar nicht rosig sieht es für die Sorgenkinder von VW aus:

Der Golf ist zwar das beliebteste Auto in Europa, doch VW verdient an einem Auto nicht so viel wie zB BMW.
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VW verdient nicht an allen Autos so viel

So bringt bei VW ein Wagen rechnerisch gesehen zum Beispiel "nur" 1757 Euro ein –  auch 2019 war der Topseller dabei übrigens der Golf. Damit ist er das meistverkaufte Auto in Europa!

Es gibt allerdings auch Top-Alternativen zum beliebten VW Golf, wie z. B. den Toyota Auris

Das ist natürlich nichts im Vergleich zum Top-Verdiener der Branche: Weißt du schon, wen wir meinen? Die Auflösung gibt's auf der nächsten Seite ...

Die Marke Ferrari verdient an einem Auto am meisten.
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Ferrari verdient am meisten an einem Auto

Top-Verdiener ist und bleibt Ferrari: Unglaubliche 69.000 Euro macht der Konzern durchschnittlich mit jedem verkauften Wagen. Von diesem Gewinn können andere Marken wahrlich nur träumen. 

Hierzulande würde sich wahrscheinlich jeder über solch eine Luxus-Karosse freuen - und sie entsprechend zu schätzen wissen. Umso mehr überrascht ein Umstand in Dubai, wo Luxus-Autos scheinbar einfach verlassen auf den Straßen herumstehen und dort sozusagen vergammeln.

Die meisten von uns können von einem Ferrari natürlich auch nur träumen – deshalb gleicht sich das Ganze wahrscheinlich auch wieder aus ...

Elon Musk macht mit seinen Teslas an einem Auto momentan nichts. Er muss noch draufzahlen.
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Es gibt aber auch "Verlierer" unter den Automarken - zumindest was den Gewinn pro Auto angeht

Der Elektroautohersteller Tesla steht unter der Leitung des kanadisch-US-amerikanischen Unternehmers Elon Musk. Trotz großer Visionen und neuen Technologien macht der Autohersteller derzeit noch Verlust pro verkauftem Auto - und zwar etwa 11.000 Euro! Dies lässt sich allerdings auch auf die großen Investitionen zurückführen, die Tesla gerade in den Aufbau seiner Produktionskapazitäten steckt.

Bentley verdient derzeit nichts an einem verkauften Auto - im Gegenteil, sie schreiben Verlust.
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Bentley verdient derzeit nichts an einem Auto - ganz im Gegenteil

Der deutsche Wirtschaftsprofessor Ferdinand Dudenhöffer erörterte in einer Studie, die 2018 veröffentlich wurde, dass Bentley bei jedem verkauften Auto noch einmal einen ganzen Batzen drauflegt - und zwar machen sie hierbei einen Verlust von 17.000 Euro! Scheinbar erklären auch dies wieder große Investitionen, genauer gesagt handelt es sich um Investitionen in die Elektrifizierung der Automobilwelt.