Sicher durch die medizinisch-psychologische Untersuchung

Hier erfährst du wie:

Sicher durch die medizinisch-psychologische Untersuchung
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Der Führerscheinentzug ist für die meisten Autofahrer ein totaler Albtraum, denn sie sind häufig sowohl privat als auch beruflich auf ihren Lappen angewiesen. Diese harte Strafe bringt sie auf den Boden der Tatsachen zurück: Eventuell lohnt es sich doch, wenn man sich an die Verkehrsregeln hält - wäre zumindest eine Möglichkeit. Um die Fahrerlaubnis zurückzubekommen, müssen sie an der sogenannten medizinisch-psychologischen Untersuchung (kurz: MPU) teilnehmen. Viele grämen sich vor diesem Idiotentest, denn dieser ist nicht ohne. Dennoch hängt vom Bestehen oder Nicht-Bestehen oftmals die Existenz ab.

Aber wie hoch ist die Durchfall-Quote?

Sicher durch die medizinisch-psychologische Untersuchung
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Hoch. Im Jahr 2016 wurden über 90.000 Autofahrer zur MPU gebeten und rund 35 Prozent wurden von den Psychologen als 'ungeeignet' für den Straßenverkehr eingestuft. Und etwa 6 Prozent der Teilnehmer mussten auch noch zu einer nachträglichen Schulung. So ist es nicht verwunderlich, dass unter den Autofahrern Gerüchte kursieren, dass der 'Idiotentest' nicht zu schaffen sei.

Deswegen klären wir auf den nachfolgenden Seiten wichtige Fragen:

Bei der medizinisch-psychologischen Untersuchung solltest du dich besser vorbereiten.
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Die richtige Vorbereitung ist das A und O. Dir sollte vorab klar sein, dass es keine mustergültige Anleitung zum Bestehen gibt - das wäre ja dann wiederum auch zu einfach. Dennoch gibt es einige spezielle Institutionen und Verkehrspsychologen, die ein seriöses Training anbieten. Viele Begutachtungsstellen werben zudem mit kostenlosen Informationsveranstaltungen, die unbedingt besucht werden sollten, wenn man noch offene Fragen hat.

Es empfiehlt sich ein individuelles Beratungsgespräch, das zwischen 70 und 100 Euro pro Stunde kostet. Das ist natürlich nicht wenig Geld, aber es wäre gut investiert. Dieses Gespräch mit dem Psychologen ist im Vergleich zum Vorbereitungskurs noch günstig, denn dieser kostet zwischen 500 und 1000 Euro, da eine intensivere Betreuung stattfindet.

Ein seriöses Angebot ist daran zu erkennen, dass die Kosten und Leistungen in einem Vertrag aufgeschlüsselt sind und der Kurs von einer qualifizierten Person (z.B. Diplom-Psychologen) durchgeführt wird.

Aber variieren die Kosten für die MPU je nach Vergehen?

Die Kosten für den sogenannten „Idiotentest“ sind zumindest in den Bundesländern einheitlich.
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Ja. Dennoch sind die Kosten in allen Bundesländern einheitlich. Die Gebühren liegen zwischen 350 und 750 Euro - wie viel für den 'Idiotentest' letztendlich zu zahlen ist, hängt vom Vergehen des Autofahrers ab. Wenn du unter Alkohol- oder Drogeneinfluss erwischt wirst, dann sind die Kosten oftmals höher und das Verfahren ist aufwendiger. Bei den Kosten bleibt es häufig aber auch nicht, denn vergiss nicht die Vorbereitungskurse oder die Alkohol- und Drogentests.

Aber was ist das Ziel der MPU?

Beim Test soll vor allen Dingen ermittelt werden, ob dein Verhalten im Straßenverkehr wiederkehrend ist.
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Der Test soll dein Problembewusstsein untersuchen: So erkennt er persönliche Fehler - wie unkontrollierten Alkoholkonsum - oder ein regelmäßig wiederkehrendes Fehlverhalten im öffentlichen Straßenverkehr. Das Gutachten der Psychologen bietet dann die Entscheidungsgrundlage dafür, ob der Führerschein erneut ausgestellt wird. Es gibt keinen festen Fragenkatalog, auf den du dich vorbereiten kannst. 

Aber wie lange dauert das Prozedere?

Beim MPU solltest du dich auf einige Stunden einstellen.
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Die MPU kann zwischen zwei und vier Stunden andauern - das hängt vom Vergehen ab. Erst müssen drei Fragebögen zu (1) Lebenslauf, (2) Gesundheit und (3) Anlass des Führerscheinentzugs ausgefüllt werden, um anschließend die Reaktionstests zu durchlaufen. Vorher gibt es aber eine Übungsphase, sodass niemand unvorbereitet ist. Anschließend folgt ein Gespräch mit einem Arzt samt Untersuchung inklusive Blutabnahme.

Zum Abschluss gibt es noch ein Gespräch mit einem Psychologen, der das entscheidende Gutachten anfertigt.

Aber was passiert, wenn du durchfällst?

Auch bei einem negativen Testergebnis solltest du nicht direkt das Handtuch werfen.
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Du hast die MPU nicht geschafft - und nun? Kein Grund zur Panik, denn ein negatives Gutachten muss der Führerscheinbehörde nicht gezeigt werden. Gib deswegen noch vor der Untersuchung an, dass du keinen direkten Versand zur Behörde möchtest (für den Fall, dass du nicht bestehst) - denn dieser Bescheid wird bis zu 10 Jahre aufbewahrt. Du kannst den Test jederzeit wiederholen. Es ist aber ratsam, ein wenig Zeit verstreichen zu lassen, da du so den Gründen für das schlechte Ergebnis auf den Grund gehen kannst.

Das psychologische Gutachten wird etwa sieben bis zehn Tage später ausgestellt - dies gibt dir die Möglichkeit, um einen guten Einblick in die Bewertung zu bekommen.

Versuche am besten, den 'Idiotentest' durch vorbildliches Verkehrsverhalten zu umgehen, denn so bist du auf der sicheren Seite.