Welche Verkehrsregeln muss man in einem Parkhaus beachten?

Einige Verkehrsregeln sollte man insbesondere im Parkhaus nicht unterschätzen

Man sieht ein Parkhaus, das verschiedene Verkehrsregeln hat, die zu beachten sind
Quelle: Imago images / Becker&Bredel

Viele von uns sind hin und wieder mit dem Auto in einem Parkhaus unterwegs. Sei es auf dem Weg zu einer Shopping-Mall, zum örtlichen Fitnessstudio oder zum Einkaufen im Supermarkt, so sind wir doch froh über ein paar gut zu erreichende Parkplätze. Mittlerweile denken wir da natürlich, dass wir mit den Regeln, die in einem Parkhaus herrschen absolut vertraut sind. Dass es aber gar nicht immer so eindeutig ist, zeigen dir die folgenden fünf Verkehrsregeln, die du zwar nicht auf dem Schirm hattest, aber dennoch zu beachten sind.

Los geht's!

Man sieht ein Schild, auf dem vermerkt ist, dass die StVO im Parkhaus gilt damit keine Unfälle entstehen
Quelle: imago images / Steinach

1. Im Parkhaus gilt die StVO

Diese Verkehrsregel sollte eigentlich noch jedem bewusst sein. Dennoch gibt es immer wieder Fahrer, die ihm Parkhaus nach eigenen Regeln fahren. Nicht zuletzt entstehen dabei Unfälle, die völlig unnötig sind. Aber Achung: Nicht selten wird auch dem eigentlich Vorfahrtberechtigten eine Mitschuld gegeben. Beispielsweise, wenn der Beteiligte auf sein Vorfahrtsrecht besteht und so den Unfall mit provoziert. Man sollte demnach nie glauben, dass man aus dem Schneider ist, nur weil man sich an die StVO hält. 

Die Regel kanntest du sicherlich schon, wie sieht's aus mit der nächsten?

Man sieht ein Auto, das im Parkhaus im ruhenden Verkehr rückwärts fahren oder ausparken möchte und daher das Rücksichtsnahmegebot gilt
Quelle: imago images / Marco Stepniak

2. Es herrscht ruhender Verkehr

Im Gegensatz zum normalen Straßenverkehr, herrscht im Parkhaus kein fließender, sondern ein ruhender Verkehr. Das bedeutet, dass die Autos die meiste Zeit nicht in Bewegung sind und wenn sie fahren, dann nur langsam. Die Verkehrsregel geht aus dem Rücksichtsnahmegebot hervor, welches das Landgericht Saarbrücken 2012 entschied. So müssen Autofahrer auf Parkplätzen immer damit rechnen, dass zur selben Zeit jemand anderes ausparken oder rückwärts fahren möchte. Demnach darf sich im ruhenden Verkehr nur mit einer Schrittgeschwindigkeit (nicht mehr als 10 km/h) fortbewegt werden und man sollte ständig bremsbereit sein.

Wusstest du schon die nächste Regel?

Man erkennt ein Schild, das aussagt, dass das Hausrecht des Betreibers gilt und das Parkhaus privat ist
Quelle: imago images / Steinach

3. Es gilt das Hausrecht des Betreibers

Neben der StVO kann der Privateigentümer eines Parkhauses eigene, individuelle Regeln aufstellen, die zu befolgen sind. So kann der Betreiber ganz einfach Gebrauch von seinem Hausrecht machen und beispielsweise ,,unbefugte" Nutzer abschleppen oder Frauenparkplätze ausweisen lassen. Um sich mit den individuellen Verkehrsregeln vertraut zu machen, sollte man sich im Parkhaus nach Schildern und Verkehrshinweisen umsehen.

Bei einem ganz besonderen Parkplatz scheiden sich die Geister...

Man erkennt einen Frauenparkplatz, der für Frauen reserviert ist und auf den Männer sich laut Verkehrsregeln nicht stellen sollten
Quelle: imago images / Deutzmann

4. Wenn Männer sich auf einen Frauenparkplatz stellen

Man(n) kennt die Situation: Du bist spät dran und suchst vergebens nach einem freien Parkplatz. Dann erspäht man spontan einen verfügbaren Frauenparkplatz direkt in der Nähe des Ausgangs. Doch wie ist hier eigentlich die Rechtslage? Tatsächlich existieren Frauen- oder Mutter-Kind-Parkplätze nicht in der StVO, sodass das Parken auf solch einem Parkplatz rechtlich nicht verboten ist. Dies wird dementsprechend auch nicht von der Polizei kontrolliert. Aber aufgepasst: Wer hier als Mann trotzdem parkt, der verstößt möglicherweise gegen die Hausordnung des Eigentümers des Parkhauses und kann sogar mit einem Hausverbot sanktioniert werden.

Die letzte Parkhaus-Verkehrsregel könnte Einigen zum Verhängnis werden...

Man sieht einen Parkautomaten, in dem man das Parkticket bezahlt, welches als Vertrag gilt
Quelle: imago images / Deutzmann

5. Das Parkticket gilt als Vertrag

Wenn man in ein öffentliches Parkhaus fährt, dann zieht man in der Regel ein Parkticket, das die Dauer des Aufenthalts erfasst. In jedem Parkhaus herrschen andere Gebühren, sodass man häufig schon nach ein paar Minuten für das Parken zahlen muss. Doch was passiert eigentlich, wenn man das Parkticket verliert? Häufig müssen Autofahrer ohne gültiges Parkticket eine Ausgleichszahlung errichten. Und leider bewegt sich diese meist rund um den Tageshöchstsatz des Parkhauses. Es handelt sich schließlich immer noch um einen ,,Vertrag", den man mit dem Eigentümer der Parkflächen eingegangen ist. Also lieber nicht verlieren!

Welche Verkehrsregeln waren dir schon bekannt?