Um diese Zeit soll es am günstigsten sein zu tanken

Tipps zum Sparen bei Benzin gibt es sehr viele. Doch die wenigsten wissen, worauf es wirklich ankommt. Wir haben die Lösung!

Es gibt verschiedene Zeiten, bei denen das Tanken besonders günstig ist.
Quelle: IMAGO / Michael Gstettenbauer

Tanken ist wohl eines der teuersten und nervigsten Dinge am Autofahren. Ständig steigen die Spritpreise und je nach Tageszeit oder Wochentag erleben Autofahrer*innen böse Überraschungen. Viele glauben mittlerweile, die Tricks durchschaut zu haben und nehmen lange Autoschlangen in Kauf, um ein paar Cent zu sparen. Seit 2013 gibt es ein Gesetz, das Transparenz in Benzinpreisen erfordert. Doch um welche Zeit ist tanken am günstigsten? Im folgenden Artikel erfährst du praktische Tricks, die kaum jemand kennt.

Wie du beim Tanken wirklich Geld sparen kannst, erklären wir die auf den nächsten Seiten!

Um welche Uhrzeit sollte man am besten tanken, um Geld zu sparen?
Quelle: IMAGO / SNS UG

Was die Spritpreis-Regelung für das Tanken bedeutet

Seit dem 1. April 2026 gehört das nervöse Preis-Hopping an deutschen Zapfsäulen der Vergangenheit an. Um die extremen Schwankungen seit Beginn des Iran-Kriegs einzudämmen, darf der Spritpreis nur noch einmal täglich um Punkt 12 Uhr angehoben werden. Senkungen bleiben hingegen jederzeit erlaubt. Wer gegen diese strikte Vorgabe verstößt, dem drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro.

Die Bundesregierung verspricht sich von diesem Modell, das sich bereits in Österreich bewährt hat, deutlich mehr Transparenz und Verlässlichkeit für die Verbraucher*innen. Ob das allgemeine Preisniveau dadurch sinkt, bleibt allerdings fraglich: Expert*innen des ADAC und der Verbraucherzentralen vermuten, dass sich die Kosten lediglich auf einem stabilen, aber gewohnt hohen Niveau einpendeln werden.

Für preisbewusste Autofahrer verschiebt sich vor allem das strategische Zeitfenster. Da die Preise kurz vor der erlaubten Erhöhung am niedrigsten sein dürften, liegt der ideale Zeitpunkt für den Tankstopp in den zwei Stunden vor der Mittagsmarke. Pünktlich um 12 Uhr drohen dann Preissprünge von bis zu 30 Cent.

Bestimmte Tankstellen nehmen die 12-Uhr-Regel nicht ernst.
Quelle: IMAGO / Rene Traut

Trotz neuer 12-Uhr-Regel: Diese Tankstellen verstoßen massenhaft bei Spritpreisen

Die neue 12-Uhr-Regel, die seit dem 1. April Preiserhöhungen bei Kraftstoffen nur noch einmal täglich exakt am Mittag erlaubt, wird von vielen Tankstellen ignoriert. Eine Auswertung des Magazins Auto Motor und Sport und des Preisdienstes „mehr-tanken“ zeigt Wochen nach der Einführung des Gesetzes zahlreiche unzulässige Erhöhungen nach 12 Uhr. Besonders negativ fiel die Kette Esso auf: An 302 Stationen wurden 2.772 Verstöße registriert. Damit verstieß mehr als jede vierte Esso-Tankstelle gegen die Vorgabe, mit unzulässigen Preissprüngen von durchschnittlich 10,7 Cent.

Auch bei den Ketten bft, Agip und Eni wurden häufig unerlaubte Erhöhungen gemessen. Die Betreiber*innen rechtfertigen dies mit technischen Problemen bei der Preisübermittlung durch die hohe Systembelastung. Dass es auch reibungslos funktioniert, beweist Branchenprimus Aral, wo im selben Zeitraum lediglich 24 Verstöße gezählt wurden.

Gleichzeitig steht der Anfang Mai eingeführte Tankrabatt in der Kritik. Zwar kam die Steuersenkung laut Monopolkommission zunächst beim Verbraucher*innen an, sodass Diesel und Super E10 zeitweise unter die Zwei-Euro-Marke fielen, doch Ende Mai ziehen die Preise wieder an. Diesel kostet dann wieder über zwei Euro pro Liter. Aufgrund des schnellen Preisanstiegs nach Beginn des Iran-Kriegs sehen Expert*innen weiterhin erhebliche Wettbewerbsprobleme auf dem deutschen Markt. In der Politik wachsen daher die Zweifel an einer Fortführung der auf zwei Monate begrenzten Maßnahme. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch forderte bereits zielgenauere Entlastungen statt pauschaler Zuschüsse.

An diesen Tagen soll das Tanken am billigsten sein.
Quelle: IMAGO / Geisser

Dienstag und Mittwoch tanken

Statistiken zeigen, dass die Spritpreise in der Mitte der Woche am niedrigsten sind. Das liegt daran, dass viele Autofahrer*innen am Wochenende oder zu Wochenbeginn tanken. Da die Nachfrage an Dienstagen und Mittwochen niedriger ist, senken die Tankstellen ihre Preise, um mehr Kund*innen anzuziehen. Wer also flexibel ist und nicht unbedingt zu Wochenbeginn tanken muss, kann von diesen niedrigeren Preisen profitieren.

Lesetipp: Damit du die Tankstelle erst gar nicht so häufig aufsuchen musst, solltest du die 10 größten Spritfresser kennen. 

Nachts können die Preise wieder ansteigen.
Quelle: IMAGO / Michael Gstettenbauer

#1 Spät am Abend tanken

Am späten Abend, nach 20 Uhr, sinken die Preise an vielen Tankstellen erneut. Dies liegt daran, dass die Nachfrage nachlässt, da die meisten Menschen bereits getankt haben. Tankstellenbetreiber reduzieren die Preise, um die letzten Autofahrer*innen des Tages anzuziehen und um Restbestände abzusetzen, bevor die Preise über Nacht wieder angepasst werden. Nachts, vor allem ab 23 Uhr, wird es hingegen besonders teuer. Im Schnitt können Benzinpreise am Tag bis zu 8 Cent pro Liter schwanken. Die spürt man dann wirklich im Portemonnaie. 

Beim Tanken gibt es oft Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern.
Quelle: IMAGO / Rene Traut

#2 Unterschiede zwischen den Anbietern

Wer auf Benzinpreise achtet, bemerkt schnell, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern gibt. Beispielsweise sind Jet-Tankstellen häufig für ihre niedrigeren Preise bekannt, während Aral in der Regel teurer ist. Doch auch wenn die Differenz meist nur ein paar Cent beträgt, summiert sich das bei regelmäßigen Tankvorgängen schnell. Wer gezielt sparen möchte, sollte die Preise vergleichen. Eine praktische Möglichkeit bietet die Internetseite des Bundeskartellamts, auf der aktuelle Spritpreise und Preistrends einsehbar sind. So lassen sich günstigere Tankstellen in der Nähe finden, was langfristig den Geldbeutel schont.

Beim Tanken im Ausland gibt es einige wichtige Dinge zu beachten.
Quelle: IMAGO / Andreas Haas

#3 Tanken in den Nachbarländern

Wer in Grenznähe zu Polen oder Tschechien wohnt, sollte dort tanken, da der Liter Benzin dort im Durchschnitt nur 1,83 Euro kostet. Auch in Österreich kann man beim Tanken ein paar Cent sparen, was vor allem für Benzin gilt. Der Weg ins Ausland lohnt sich jedoch meist nur für Benziner, da Dieselpreise kaum Unterschiede aufweisen. In den Niederlanden hingegen ist der Sprit deutlich teurer, was dazu führt, dass viele Niederländer*innen lieber nach Deutschland kommen, um ihre Fahrzeuge zu betanken und so Kosten zu sparen. Wenn du im Ausland tanken möchtest, kommt es natürlich auch immer darauf an, ob sich der Umweg lohnt.

Ab wann lohnt sich ein Umweg zu einer anderen Tankstelle?
Quelle: IMAGO / Norbert Schmidt

#4 Was kostet ein Umweg genau? 

Die Spritpreise schwanken im Frühjahr 2026 stark, deshalb vergleichen viele Autofahrer inzwischen Preise per App, bevor sie tanken. Doch lohnt sich der Umweg zur billigeren Tankstelle überhaupt? 

Nehmen wir mal an: Die teure Tankstelle verlangt 2 Euro pro Liter, die günstigere 1,80 Euro. Bei 50 Litern spart man dadurch insgesamt 10 Euro. Ein Auto mit 8 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer verbraucht pro Kilometer etwa 0,08 Liter Sprit. Bei einem Preis von 1,80 Euro kostet ein zusätzlicher Kilometer also rund 14 Cent. Das bedeutet: 10 Kilometer Umweg kosten ungefähr 1,44 Euro Sprit. Die Ersparnis liegt dann immer noch bei 8,56 Euro. Erst ab ungefähr 70 Kilometern wäre der Preisvorteil komplett weg. Trotzdem gilt: Neben den Spritkosten spielen auch Zeit, Verschleiß und zusätzlicher CO₂-Ausstoß eine Rolle.

An Feiertagen solltest du aufgrund der hohen Nachfrage nicht tanken gehen.
Quelle: IMAGO / Westend61

#5 Vermeide Feiertage

Vor Feiertagen steigen die Spritpreise oft erheblich, da viele Menschen verreisen und die Nachfrage stark ansteigt. Tankstellenbetreiber*innen nutzen diese erhöhte Nachfrage, um die Preise zu maximieren. Die Menschen, die nicht in den Urlaub fahren, haben an diesen freien Tagen besonders viel Zeit und nutzen diese Chance, um ebenfalls ihren Tank aufzufüllen. Daher ist es ratsam, bereits einige Tage vor Feiertagen zu tanken, um die erhöhten Preise zu umgehen. Zudem können nach Feiertagen die Preise wieder sinken, wenn die Nachfrage nachlässt.

Bestenfalls solltest du dir für deine Tankfüllung etwas Geld zurücklegen.
Quelle: IMAGO / CHROMORANGE

#6 Nicht direkt nach Gehaltseingang tanken

Am Monatsanfang, wenn viele Menschen ihr Gehalt erhalten haben, steigt die Nachfrage nach Kraftstoff. Tankstellenbetreiber nutzen dies oft aus, indem sie die Preise erhöhen. Viele Autofahrer*innen tanken nach Gehaltseingang, um den Monat mit vollem Tank zu beginnen. Es lohnt sich daher, zu überlegen, ob man nicht besser einige Tage abwartet, bis die Nachfrage wieder sinkt und die Preise stabiler werden oder sich generell etwas Geld für die Tankladung zurücklegt. Dann ist man frei in der Entscheidung wann man tanken geht.

Du solltest möglichst darauf verzichten am ersten Ferientag zu tanken.
Quelle: IMAGO / Westend61

#7 Vor Urlaubszeiten tanken

Vor Ferienbeginn und während der Urlaubszeit steigen die Spritpreise oft an, da viele Menschen auf Reisen gehen und die Nachfrage nach Kraftstoff deutlich zunimmt. Tankstellen nutzen diese erhöhte Nachfrage, um die Preise anzuheben und von der Reisesaison zu profitieren. Es ist daher ratsam, bereits vor Beginn der Haupturlaubszeit zu tanken, um diesen Preisspitzen zu entgehen. Besonders zu Beginn von Ferien oder Feiertagen kann dies zu erheblichen Einsparungen führen, da die Preise während dieser Zeiten oft deutlich höher sind als gewöhnlich.

Besonders am Ende der Woche können die Tankpreise stark ansteigen.
Quelle: IMAGO / CHROMORANGE

#8 Nicht vor dem Wochenende tanken

Freitagnachmittags steigen die Preise an den Tankstellen oft, da viele Menschen tanken, um sich auf das Wochenende vorzubereiten. Diese erhöhte Nachfrage wird von den Tankstellen genutzt, um die Preise anzuheben, was zu spürbaren Kostensteigerungen führen kann. Wer den Preisanstieg vermeiden möchte, sollte spätestens am Donnerstag oder früh am Freitag tanken. So lässt sich das Wochenende entspannt und mit einem vollen Tank beginnen, ohne dass man unnötig viel für den Kraftstoff ausgibt. Ein vorausschauendes Tanken spart auf diese Weise Geld und Stress.

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