Genf soll Lärmblitzer einführen

Laute Auto-Poser soll es in Genf bald nicht mehr geben

Dieses Bild zeigt einen Blitzer, der zu schnelle Autos blitzt.

Wer in Genf künftig mit heulendem Motor und dröhnenden Maschinen über die Straßen brettern will, muss dafür unter Umständen tief in die Tasche greifen. Die Schweizer Stadt plant nun nämlich die Einführung sogenannter "Lärmblitzer", welche laute Autoposer oder Motorradfahrer überführen und auf Dauer für ruhigere Straßen sorgen sollen.

Was genau hinter den Lärmfallen steckt und wie eine Umsetzung aussehen könnte, erfahrt ihr auf den nächsten Seiten!

Dieses Bild zeigt eine Straßen-Szenerie in der Schweizer Stadt Genf.

Hintergrund des Vorhabens, das die Genfer Regierung bereits zu Beginn des Jahres anstieß, ist die enorme Lärmbelästigung in der Stadt, unter der nach Aussagen des Parlaments rund 60 Prozent der 200.000 Einwohner leiden. Auf Dauer, so wird argumentiert, könne der hohe Geräuschpegel sogar Herzerkrankungen und Diabetes verschlimmern. Neben der hohen Luftverschmutzung ist Verkehrslärm die zweitstärkste Form der Umweltbelästigung in Genf. 

Das Parlament hatte die Kantonsregierung im Januar daher beauftragt, einen Apparat zu entwickeln, der die Lautstärke von Autos misst. Dieser soll der Polizei helfen, laute Auto-Poser aus dem Verkehr zu ziehen. Wie hoch der Grenzwert für die zugelassene Lautstärke sein soll, steht bisher noch nicht fest. 

Doch wie gestaltet sich die technische Umsetzung? Ist eine solche Radarfalle in ihrer Herstellung und Finanzierung überhaupt realistisch?

Dieses Bild zeigt eine Radarfalle an der Straße.

Grünen-Polikerin Delphine Klopfenstein Broggini merkte gegenüber "20min" an, dass die Herstellung eines solchen Apparats grundsätzlich "technisch machbar und nicht teurer als eine herkömmliche Radarfalle" sei. 

Einziges Problem könnte die Fahrzeugerkennung sein: Der Lärmblitzer muss schließlich genau zuordnen, welches Auto den Lärm verursacht. Das macht die Entwicklung zwar anspruchsvoll, nicht aber unmöglich. Und wer weiß: Sollte eine solche Lärm-Radarfalle erfolgreich hergestellt und getestet werden, könnte sie vielleicht bald auch auf deutschen Straßen zu sehen sein.